US-Ökonom Roubini: Türkei ist wirtschaftlich und politisch nicht mehr aufzuhalten

Der Nobelpreisträger für Wirtschaft, Nouriel Roubini, ist der Ansicht, dass die Türkei sich sowohl wirtschaftlich, als auch politisch auf einem sehr guten Weg befinde. Die Lösung des Kurdenproblems werde einem großen positiven Einfluß auf alle Bereiche der Türkei haben. Das Land werde sich auf der internationalen Bühne machtpolitisch etablieren. Doch noch befindet man sich am Anfang der Lösung des Kurdenproblems und das Pulverfass Naher Osten steht kurz vor der Explosion.

Auf einer Konferenz in der türkischen Stadt Bursa hat der amerikanische Nationaökonom und ehemalige Berater des Finanzministeriums der USA, Nouriel Roubini, erklärt, die angestrebte Stabilisierung des türkisch-kurdischen Verhältnisses werde eine große Auswirkung auf die Stellung der Türkei in der Region und damit in der Welt haben.

Nun sei ein Rückgang der Militär-Ausgaben zu erwarten und der Südosten der Türkei könne zu einer sozio-ökononomischen Stabilität gelangen. Dieser Friedens-Schluss zwischen der PKK und der türkischen Regierung werde auch den Bau von Roh-Öl-Pipelines und das Angebot von Roh-Öl beeinflussen. Der inländische Handel werde ebenfalls beeinflusst werden. „Die Türkei hat die Möglichkeit, eine Erfolgs-Geschichte in sich zu werden“, zitiert die Hürriyet den Nobelpreisträger Roubini.

Es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis alle drei Rating-Agenturen die Bonitätsnote für Türkei-Anleihen als sichere Anlagen einstufen. Vergangenes Jahr hatte die Rating-Agentur Fitch, nach 18 Jahren Türkei-Anleihen als durchschnittlich gute Anlagen bewertet und ihre Kreditwürdigkeit auf BBB hochgestuft (mehr hier).

Die türkische Wirtschaft verzeichne einen guten Trend. Das Wirtschaftswachstum habe einen kurzzeitigen Rückgang erlebt. Danach habe sich die türkische Regierung auf eine Umstellung des konsumorientierten Wachstums festgelegt und auch das Leistungs-Bilanz-Defizit gehe langsam zurück.

Doch jenes Defizit bereite der Türkei immer noch große Kopfschmerzen und müsse nachhaltig bekämpft werden. Weiterhin müsse die Türkei weitere Schritte bei der Deregulierung des Arbeitsmarktes vornehmen, meint Roubini. Die Bedenken zum Leistungs-Bilanz-Defizit wurden zuvor auch von Fitch geäußert (mehr hier).

Roubini hatte schon 2008 zahlreiche Einzelheiten der Weltwirtschafts-Krise vorausgesagt. Sein Pessimismus brachte ihm insbesondere in Europa den Spitznamen „Prophet des Untergangs“ ein. Umso erstaunlicher ist seine positive Prognose für die Türkei.

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