Boris Beresowski: 23-jährige Freundin glaubt nicht an Selbstmord

Die 23-jährige Freundin des verstorbenen russischen Oligarchen Boris Beresowski glaubt nach wie vor nicht an einen Selbstmord ihres Lebensgefährten. Vielmehr habe das Paar sogar einen Israel-Urlaub geplant. Das Abreisedatum war eigentlich nur wenige Tage nach seinem plötzlichen Tod angesetzt gewesen.

In einem Interview mit dem Magazin New Times beharrte die 23-jährige Lebensgefährtin Boris Beresowskis, Katerina Sabirova, darauf, dass sie nicht an einem Selbstmord des 67-Jährigen glaube. Das Paar, das sich vor gut vier Jahren kennen lernte, soll sich noch am Tag vor seinem Tod angeregt unterhalten haben. Seine Stimme, so die junge Frau, habe „besser als üblich“ geklungen.

Beresowski: Niedergeschlagen, aber nicht lebensmüde

Der Putinkritiker wurde am 23. März im Bad seiner Villa außerhalb von London gefunden. Eine Obduktion ergab, dass er sich wahrscheinlich erhängt habe und es keine Anzeichen für einen Kampf gebe. Dass Dritte zu Beresowskis Tod beigetragen haben könnten, schließt die Polizei aber weiterhin nicht aus. Für Sabirova, so berichtet die Herald Sun, ergibt das jedoch alles keinen Sinn. Wie zum Beweis habe sie der New Times einen Ausdruck ihres Flugticket nach Tel Aviv gezeigt und erklärt: „Er hatte definitiv geplant am Montag (25. März) nach Israel zu kommen.“ Überhaupt habe der Multimilliardär große Pläne gehabt. Zwar räumt sie ein, dass er niedergeschlagen gewesen sei. Von einer Selbstmordgefährdung wolle sie jedoch nichts wissen.

Beresowski „pflegte zu sagen: ‚Stell dir vor, wenn ich nicht da bin, gehen all die Probleme weg‘, aber dies war keine Handlungsabsicht. Ich konnte nicht und kann mir nicht vorstellen, dass er dies tun könnte“, so Sabirova mit Nachdruck.

Gerüchte: Deal mit Putin soll gescheitert sein

Ganz anders sieht das der britische Journalist Ben Aris. Er ist der Ansicht, dass ein Selbstmord Beresowskis nicht unwahrscheinlich sei. Der russische Oligarch habe enorme Schwierigkeiten gehabt, sich den Geschäfts-Methoden und der Geschäfts-Ethik in Großbritannien anzupassen. „Er verstand nicht, dass es hier anders läuft, als in Russland“, zitiert ihn die Russian Times (mehr hier). Darüber hinaus soll Beresowski versucht haben, hinter verschlossenen Türen einen Deal mit Putin auf den Weg zu bringen. Doch dieser Versuch sei gescheitert.

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