Thessaloniki: Griechische Muslime beten das 1. Mal seit 90 Jahren wieder in eigener Moschee

Ganze 90 Jahre mussten die griechischen Muslime in Thessaloniki auf diesen Tag warten. Nun konnten sie das erste Mal wieder in ihrer 111 Jahre alten Moschee beten. Zuvor wurde das Gebäude als Museum, nun als Ausstellungshalle verwendet. Der jetzige Schritt wird als historisch gewertet.

Für 50 Madrasa-Studenten aus Komotin, die in Thessaloniki zu Gast waren, erfüllte sich am vergangenen Samstag, den 30. März, ein echter Traum. Sie konnten sich in der historischen Neuen Moschee der Stadt zum Gebet versammeln. Normalerweise wird das Gebäude als Ausstellungshalle genutzt. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet.

Die Studenten der islamischen Hochschule, so heißt es weiter, waren auf Initiative des Bürgermeisters Yiannis Boutaris gekommen. „Es ist ein positiver Schritt in die richtige Richtung“, sagt auch Kerim Uras, türkischer Botschafter in Griechenland. „Wir erwarten, das noch mehr kommen. Ich hoffe, dass auch Athen ein Ort wird, an dem Muslime beten.“ Der Bau der ersten Moschee in Athen wird allerdings ohne die Hilfe der türkischen Regierung vollzogen (mehr hier). Auch der türkische Generalkonsul von Thessaloniki, Tuğrul Biltekin, ist voller Zuversicht. „Ich bin absolut glücklich über diese historische Entwicklung. Ich hoffe, dass Moscheen in Thessaloniki und anderen Orten in der Region für Muslime während der Feiertage offen sein werden.“

Die Neue Moschee wurde vom italienischen Architekten Vitaliano Poselli im Auftrag der Dönme Thessalonikis im Stil des Eklektizismus im Jahr 1902 gebaut, doch bereits 1923 für Gebete geschlossen. Zwischen 925 und 1963 wurde das Gebäude als archäologisches Museum genutzt, später dann von der Gemeinde in eine Ausstellungshalle umgewandelt.

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