Kampf gegen Rechts: Griechische Dorfbewohner wehren Golden Dawn-Aktion ab

Dorfbewohner auf der griechischen Insel Thassos haben Courage bewiesen und Mitglieder der rechtsextremen Golden Dawn Partei (Chrysi Avgi) daran gehindert, kostenfreie Lebensmittel und anderen grundlegende Güter zu verteilen. Griechenland hat bereits seit einiger Zeit mit einem Anstieg der Neonazi-Aktivitäten zu kämpfen. Die Partei geht mit solchen Aktionen auf Stimmenfang.

Einige Einwohner von Potamia, so berichtet derzeit die türkische Zeitung Hürriyet, haben Mitglieder der rechtsextremen Golden Dawn-Partei daran gehindert, ihren LKW abzulanden. Anschließend hätten sie die Leute gezwungen, das Dorf wieder zu verlassen und ihnen hinterher gerufen, dass sie hier nicht willkommen seien.

Auf Stimmenfang mit Spenden für Bedürftige

Der Protest gegen die Verteilaktion der Partei sei vom kulturellen Zentrum, der lokalen Fußballmannschaft und einigen anderen Bewohnern organisiert worden. Andernorts seien sie damit jedoch bereits erfolgreich gewesen und hätten Lebensmittel verteilen können. So zum Beispiel im vergangenen August auf dem Syntagma-Platz im Zentrum von Athen. Die bedürftigen Empfänger wurden jedoch verpflichtet, ihre Ausweispapiere zu zeigen, um ihre griechische Staatsbürgerschaft zu beweisen. Erst dann erhielten sie Kartoffeln, Nudeln, Milch und Olivenöl. Die Aktion zog rund 200 Menschen an. Ausländer wurden ausgeschlossen, da sie sich nach Ansicht der Partei zu Unrecht im Land aufhielten und auf Kosten der heimischen Bevölkerung hier leben würden. Wahlkampf-Propaganda machte die rechte Partei im vergangenen Jahr auch mit Aussagen wie Istanbul und Izmir gehöre Griechenland (mehr hier).

Im Zuge einer sich zuspitzenden finanziellen Krise hat Griechenland auch mit steigenden Neonazi-Aktivitäten zu kämpfen. Bei den griechischen Parlamentswahlen im Mai 2012 zog die Partei erstmals mit 21 Sitzen in das griechische Parlament ein.

Einwanderer werden von Banden angegriffen

Bereits im Sommer vergangenen Jahres schlug Human Rights Watch Alarm (mehr hier). Regelmäßig würden Einwanderer von griechischen Banden angegriffen werde. Ihre Taten blieben jedoch ungestraft. Die Behörden ignorierten die Vergehen oder entmutigen die Opfer gar, eine Beschwerde einzureichen. Fünf Jahre Rezession und Arbeitslosigkeit auf einem Rekordhoch haben die Anti-Einwanderer-Stimmung angeheizt. Migranten wird nun nicht nur die Schuld an einer steigenden Kriminalitätsrate gegeben, sondern auch vorgeworfen, sich an einem immer weiter schrumpfenden Pott an staatlichen Zuschüssen und Dienstleistungen zu bedienen.

„Migranten und Asylsuchende sprachen mit Human Rights Watch über nächtliche No-Go Areas in Athen, die aus Angst vor Angriffen von oftmals schwarz gekleideten Gruppen, bestehend aus Griechen, herrühren, die auf Gewalt aus sind“, klärt der Bericht über die Situation auf. „Während die Touristen willkommen sind, stehen Migranten und Asylsuchende einer feindliche Umgebung gegegnüber, wo sie unter unmenschlichen und erniedrigenden Bedingungen in Haft geraten können, Armut und fremdenfeindliche Gewalt riskieren.“

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