Über 6000 Tote in Syrien: März war der bisher verheerendste Monat des gesamten Krieges

Mit mehr als 6000 dokumentierten Todesfällen gilt der vergangene März als der bisher blutigste Monat in dem bereits seit mehr als zwei Jahren andauernden Konflikt in Syrien. Ein Ende scheint zwar nicht in Sicht. Wie nun jedoch bekannt wurde, bot Präsident Bashar al-Assad Entführern nun offenbar einen Amnestie-Deal an. Der sieht die Freilassung von Geiseln in einem bestimmten Zeitraum vor.

Heftige Auseinandersetzungen und schwerer Beschuss haben in jüngster Zeit derart zugenommen, dass der vergangene März zum bisher blutigsten Monat des innersyrischen Konflikts geworden ist. Das gab die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am 1. April bekannt. Die Dunkelziffer, so wird befürchtet, könnte jedoch weitaus höher liegen. Denn sowohl von Seiten der syrischen Armee  als auch der Rebellengruppen lägen nur unvollständige Zahlen vor. Das berichtet die türksiche Zeitung Hürriyet.

„Beide Seiten halten Informationen zurück“, so Rami Abdul-Rahman von der Menschenrechtsorganisation. Es sei sehr schwierig, korrekte Informationen über die Kämpfer bekommen, weil sie nicht wollten, dass diese die Moral untergraben.

Gut ein Drittel der Toten sind Zivilisten

Nach Angaben der Beobachtungsstelle, die mit einem Netzwerk an Kontakten in Syrien arbeitet, setze sich die Zahl von mehr als 6000 dokumentierten Toten aus Opfern beider Seiten zusammen: 1.486 Rebellen und Armee-Überläufer und 1.464 Soldaten der syrischen Armee. Übertroffen würden diese Werte jedoch von den Zahlen getöteter Zivilisten: Im März seien das insgesamt 2,080 gewesen, darunter 298 Kinder und 291 Frauen. Darüber hinaus habe es 387 nicht identifizierte Zivilisten und 588 nicht identifizierte Kämpfer gegeben. Die meisten von ihnen Ausländer, die sich dem Kampf der Rebellen angeschlossen hätten. Alles in allem käme man damit auf 6.005 Tote. Die Vereinten Nationen schätzen, dass der blutige Konflikt bisher insgesamt mehr als 70.000 Opfer gefordert haben könnte.

Entführer sollen Frist von 15 Tagen bekommen

Unterdessen hat der syrische Machthaber Bashar al-Assad Entführern offenbar einen Amnestie-Deal unterbreitet. Dieser räume ihnen nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur SANA 15 Tage ein, ihre Geiseln wieder freizulassen. Diejenigen die ihre Opfer aus politischen, finanziellen oder sektiererischen Gründen entführten und sich nicht daran hielten, würden zu einem „Leben voller harter Arbeit“ verurteilt werden. Hätten sie ihre Opfer getötet oder sexuell missbraucht, drohe ihnen die Todesstrafe. Erst im Dezember war es zu einem Entführungsfall mit zwei russischen und einem italienischen Staatsbürger gekommen (mehr hier).

Erst Ende Oktober sorgte das grausame Ende eines verschleppten Priesters für Aufsehen. Eine Woche nach seiner Entführung war der griechisch-orthodoxe Priester Fadi Jamil Haddad im Norden von Damaskus tot aufgefunden worden (er wurde übel zugerichtet – mehr hier). Seine Entführer hatten ihn offenbar gefoltert und anschließend getötet, nachdem sie das Lösegeld in Höhe von 550.000 Euro nicht erhalten hatten.

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