Feuerhölle in Myanmar: Brand tötet 13 Kinder in islamischer Schule

Nur wenige Tage, nachdem bei Ausschreitungen in Myanmar eine Moschee und eine islamische Schule angezündet wurden, sind nun erneut Tote im Zusammenhang mit dem Brand einer Lehranstalt zu beklagen. Ein Feuer in einer islamischen Schule in Yangon hat in den frühen Morgenstunden des vergangenen Dienstags 13 Kinder getötet. Ob es tatsächlich Brandstiftung war, steht noch nicht fest.

Die 13 Buben, so berichtet derzeit die türkische Zeitung Zaman, seien bei dem Brand in einem Wohnheim der Schule neben einer Moschee im multi-ethnischen Bezirk Botataung allesamt erstickt. Der dramatische Vorfall habe sich nach Angaben von Nachbarn und Beamten gegen 2:40 Uhr am Morgen ereignet.

Zunächst sei ein Transformator für das Feuer verantwortlich gemacht worden. Später hieß es von Seiten der Feuerwehr jedoch, man forsche weiter nach einer möglichen Ursache. Bisher würden jedoch elektrische Störungen und Überhitzung als Hauptursachen in Betracht gezogen. Auf Grund der jüngsten Vorfälle brodelt jedoch die Gerüchteküche. Bei Ausschreitungen Ende März waren schätzungsweise 20 Rohingya-Muslime getötet worden (mehr hier). Vorsorglich wurde das Gebiet von bewaffneten Polizeibeamten abgesperrt.

Die muslimische Bevölkerung, so schreibt die Zeitung weiter, sei jedoch skeptisch, was die bisherigen Mutmaßungen über die Brandursache angehe. Ähnlich ergeht es der türkischen Bevölkerung mit der Vorgehensweise deutscher Beamter (mehr hier). Der Tod der vielen unschuldigen Kinder, so heißt es etwa von Seiten der pro-demokratischen Gruppe”88er Studentengeneration”, hätte die Muslime tief besorgt und traurig gemacht. Die Menschen seien „sehr argwöhnisch“.

Yangon, die mit Abstand größte Stadt in Myanmar, entkam im März der anti-muslimischen Gewalt. Aus Sicherheitsgründen ließen die hiesigen Behörden Polizisten außerhalb von Moscheen aufstellen und befahlen den Restaurants in einigen Bereichen an manchen Abenden früher zu schließen. In diesem Zusammenhang erklärten Nachbarn und Zeugen in Botataung nun, dass sie glaubten, dass die Türen und Fenster im Schlafsaal der Schule möglicherweise versperrt gewesen sein könnten. Eben genau wegen dieser Sicherheitsbedenken. „Diese Kinder waren etwa 13 oder 14 Jahre alt. Sie starben, weil sie nicht aus den Fenstern springen konnten, da die durch Eisenstangen geschlossen wurden“, so ein Augenzeuge namens Ye Naung Thein.

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