Lang erwartete Visite: Erdoğan reist am 16. Mai nach Washington

Der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan und der US-Präsident Barack Obama werden am 16. Mai offenbar zu einem lange erwarteten Treffen zusammenkommen. Das türkische Außenministerium soll am vergangenen Dienstag eine entsprechende Einladung erhalten haben.

Von dem Treffen der beiden Spitzenpolitiker am 16. Mai in den USA will die türkische Zeitung Hürriyet aus Regierungskreisen erfahren haben. Nun würden sowohl das türkische Außenministerium als auch das Büro des Premierministers bereits an Erdoğans Programm arbeiten.Es werde erwartet, so heißt es weiter, dass er bereits ein oder zwei Tage vor der Zusammenkunft mit Präsident Obama in die Vereinigten Staaten reisen werde.

Telefongespräch zwischen Obama und

Die Absicht des türkischen Premiers nach Washington zu reisen, bestünde demnach bereits seit den letzten Präsidentschaftswahlen. Doch Meinungsverschiedenheiten über eine Reihe von Fragen und der anhaltende Streit der Türkei mit Israel standen den Plänen in Ankara bisher im Wege. Ein Besuch erschien nur möglich, nachdem sich Israel bei der Türkei entschuldigte und die Türkei diese Entschuldigung, unter der Vermittlung von Obama, der eine entscheidende Rolle in dem Prozess gespielt hatte, annahm (mehr hier). „Der Besuch von Premier Recep Tayyip Erdoğan in Washington wurde einen Tag nach der Entschuldigung Israels an die Türkei telefonisch vereinbart“, so auch die diplomatische Quelle. Demzufolge hätten Erdoğan und Obama am 22. März, einen Tag nach dem Schritt Benjamin Netanyahus telefoniert.

Türkei – Israel: Washington beobachtet aufmerksam

Doch worum wird es am 16. Mai gehen? Auf der Agenda, so spekuliert das Medium, stünde alles vom aktuellen Friedensprozess in der Türkei bis hin zum Krisennachbarn Syrien, von den jüngsten Entwicklungen auf Zypern bis hin zu Energiedeals mit dem Nordirak. Doch eines der wichtigsten Themen sei ganz klar die Normalisierung der türkisch-israelischen Beziehungen. Israels Präsident Shimon Peres erklärte zum Beispiel erst kürzlich, dass Türken und Juden eine Reihe von Ähnlichkeiten hätten und diesselbe Verantwortung im Nahen Osten tragen würden (mehr hier). Washington jedenfalls wird die nächsten Schritte auf beiden Seiten genau beobachten.

Nächste wichtige Station in der Wieder-Annäherung beider Staaten ist sicherlich der 11. April. Dann werden sich Delegationen aus der Türkei und Israel unter der Co-Leitung von Feridun Sinirlioğlu, Unterstaatssekretär im Außenministerium, sowie des israelischen Sondergesandten Joseph Ciechanover, in Ankara treffen.

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