Aus für „Jabba’s Palace“: Lego weist Gerüchteküche in die Schranken

Der dänische Spielzeughersteller Lego hat Behauptungen dementiert, dass die Herausnahme des umstrittenen Spielzeugs „Jabba’s Palace“ aus dem Sortiment etwas mit den Vorwürfen der türkischen Kulturgemeinde Österreich zu tun hätte. Diese hatte das Spielzeug zuvor als islamfeindlich und rassistisch kritisiert.

Die Entscheidung, das Produkt am Ende des Jahres 2013 einzustellen, sei bereits im vergangenen Jahr gefallen und in diesem Januar kommuniziert worden. Mit der Kritik habe das nichts zu tun gehabt. Doch die die türkische Kulturgemeinde in Österreich „interpretiert das ein wenig anders“, zitiert die Nachrichtenagentur AFP Unternehmenssprecherin von Lego Deutschland, Katharina Sass.

Türkische Kulturgemeinde gibt sich triumphierend

Die große Rückmeldung zum Thema „Jabba’s Palace“, nicht nur aus Österreich, habe man jedoch an die hauseigene Entwicklungsabteilung herangetragen. „Wir hören sehr genau zu und nehmen Feedback sehr ernst“, so Sass. Mit Blick auf die Star Wars Linie stellt sie jedoch heraus, dass man sich hier bei der Produktentwicklung an die Filme gehalten habe. In diesem Zusammenhang verweist die Sprecherin auch auf den ohnehin recht kurzen Produktlebenszyklus von einem bis drei Jahre. Danach gingen Produkte aus dem Sortiment, würden später aber gegebenenfalls wieder aufgelegt.

Eine Erklärung der türkischen Organisation aus Österreich, so heißt es weiter, habe jedoch den Eindruck erweckt, dass das dänische Unternehmen beschlossen habe, das Produkt einzustellen, weil die Gruppen-Vertreter in einem kürzlichen Treffen deutlich gemacht hätten, dass es sich um einen „klaren Fall von Kulturrassismus“ handle.

Lego hat schon einmal dementiert

Die Organisation vertritt die Ansicht, dass das Lego-Spielzeug der weltbekannten Hagia Sophia in Istanbul ähnelt. Darüber hinaus könnte eine  Figur mit einer Axt und Maschinengewehr in der Minarett-Struktur für einen Muezzin gehalten werden. Der konkrete Vorwurf aus Österreich, der bereits um die Weihnachtszeit 2012 aufkam: Das beanstandete Spielzeug soll „pädagogisch verwerfliche“ Elemente enthalten. In Verbindung mit den Spielfiguren und ihren Waffen könne bei Kindern der Eindruck erweckt werden, der Islam sei eine gewalttätige Religion. Sogar eine Klage wegen Volksverhetzung war angedacht.

Schon beim ersten Aufkommen der Vorwürfe hatte Lego dementiert und darauf hingewiesen, dass das Spielzeug kein reales Gebäude widerspiegele. Das Design aller Produkte beziehe sich lediglich auf den fiktiven Inhalt der Star Wars Saga. Die falsche Interpretation bedaure man sehr.

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