Verwirrung: BDP Vorsitzender lehnt Entwaffnung der PKK ab

Der Vorsitzende der Kurden-Partei BDP sagt: Wir haben von Öcalan keinen schriftlichen Aufruf zum Rückzug und zur Entwaffnung der PKK erhalten. Jegliche Medienberichte entsprechen nicht der Wahrheit. Doch im Laufe der aktuellen Woche wird sich das Dunkel lichten.

Der Vorsitzende der kurdisch-nationalistischen Partei BDP, Selahattin Demirtaş, sagt, dass der inhaftierte PKK-Führer Abdullah Öcalan zu keinem Zeitpunkt die Entwaffnung der PKK verlangt habe. Der Waffenstillstand gehe auch nicht einher mit einem Rückzug der PKK Kämpfer. „Derartige Medienberichte sind falsch. Öcalan hat lediglich zur Waffenruhe aufgerufen“, zitiert die Akşam den jungen kurdischen Politiker.

Tatsächlich hatte Abdullah Öcalan vergangenen Monat einen Waffenstillstand ausgerufen. Doch in einer Erklärung betonte er auch, dass dies „der Beginn einer neuen Ära“ sei. Die Kämpfer sollten sich zudem aus der Türkei zurückziehen (mehr hier).

„Wir sind in einem Stadium angekommen, in dem sich unsere bewaffneten Elemente aus der Türkei zurückziehen sollten“, erklärte der PKK-Chef. Der seit Jahrzehnten tobende Konflikt müsse politisch gelöst und die Tür für einen demokratischen Prozess nun aufgestoßen werden.

Demirtaş Aussagen sollten beachtet werden. Denn er hat ein sehr enges und freundschaftliches Verhältnis zu Öcalan. Nach einem kürzlichen Besuch beim PKK-Führer sagte er, dass er in Öcalan einen Verwandten sehe (mehr hier). „Als ich ihm meine Hand gegeben habe, wollte ich nicht mehr los lassen“, zitierte die Zeitung Özgür Gündem den kurdischen Politiker. Die Gefangennahme Abdullah Öcalans sei für ihn und seine Familie im Jahr 1999 eine große Tragödie gewesen. „Meine Familie und ich weinten unaufhörlich“, sagte er.

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