Razzien bei NGOs: Rocklegende Mark Knopfler sagt Russland-Tour ab

In einem solchen Land will der Dire Straits-Gründer und mehrfache Grammy-Gewinner Mark Knopfler nicht auftreten. Wie der britische Rockmusiker nun bekannt gab, habe er seine Tourdaten in Russland abgesagt. Als Grund gab er das Vorgehen der russischen Behörden gegenüber NGOs an. Von den umstrittenen Massendurchsuchungen vor einigen Tagen waren auch Amnesty International und Human Rights Watch betroffen.

„Angesichts der Razzien durch die russischen Behörden bei Gruppen wie Amnesty International und Human Rights Watch, habe ich leider entschieden, meine Konzerte in Moskau und St. Petersburg im Juni abzusagen“, so Mark Knopfler an diesem Donnerstag in einer Erklärung, die er auf seiner Internetseite veröffentlichte. Das Land, die Leute, Konzerte dort – all das habe er immer sehr geliebt. Nun hoffe er, dass sich das jetzige Klima schnell ändern werde.

Bereits seit vergangenem Sommer weht für Nichtregierungsorganisationen (NGOs) in Russland ein eisiger Wind. Seither werden sie als „ausländische Agenten“ bezeichnet. Ende März dieses Jahres dann der nächste Schlag. Die russischen Behörden führten hunderte Razzien gegen ausländische Organisationen durch, darunter auch die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung, die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung und die Heinrich-Böll-Stiftung, die den Grünen nahesteht.

Russische Behörden veranstalten „Hexenjagd“

Es war das erste Mal, dass die russischen Behörden auch gegen deutsche Organisationen vorgingen. Auch die Büros von Amnesty International wurden durchsucht. Die Organisation steht seit längerem im Konflikt mit den russischen Behörden, weil sie wiederholt Menschenrechtsverletzungen durch Russland aufdeckt, etwa im Nordkaukasus. Viele Organisationen haben es bisher strikt abgelehnt, sich neu registrieren zu lassen. Beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte sind bereits einige Klagen eingegangen. Bei der aktuellen Aktion wurden mehr als 2000 Büros landesweit lahmgelegt. Das US-Außenministerium verglich die jüngsten Razzien mit einer „Hexenjagd“.

Eigentlich hatte der 63-jährige Knopfler für den 7. Juni dieses Jahres ein Konzert in Moskau geplant. Am Tag darauf sollte ein Gig in St. Petersburg stattfinden. Seine Entscheidung, die Termine in Russland abzusagen, so berichtet derzeit die türkische Hürriyet, werde von Vertretern der russischen Opposition unterstützt. Unter ihnen befindet sich auch Russlands Internet-Guru Anton Nosik. Dieser entwickelt seit Mitte der 1990er Jahre führende russische Informationswebsites. Aktuell ist er Media Director bei SUP Media, Eigentümer von LiveJournal. In seinem Blog kommentiert er:  „Ich kann Knopflers Entscheidung nicht nur verstehen. Ich respektiere sie.“

Kritik an Putin: Madonna wählt den offensiven Weg

Andere internationale Künstler haben in jüngster Vergangenheit einen anderen Weg gewählt, um ihren Unmut über das Regime von Präsident Wladimir Putin zum Ausdruck zu bringen. Zu den prominentesten gehört ohne Zweifel US-Star Madonna, die sich vor Ort nicht  für die russische Punkband Pussy Riot stark machte, sondern auch das Theme Homosexuellenrechte mit dem Verteilen roter Armbänder in St. Petersburg in den Fokus rückte.

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