Berlin: Mehr als 10.000 Türken protestieren gegen Ergenekon-Prozess

Am vergangenen Samstag sind in Berlin viele Tausende zusammengekommen, um gegen das Ergenekon-Verfahren in der Türkei zu protestieren. Am Montag wird in Istanbul der nächste Verhandlungs-Tag im skandalumwobenen Prozess abgehalten werden. Hunderten von Akademikern, Offizieren und Journalisten wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

Tausende Türken haben sich am vergangenen Samstag am Berliner Kurfürstendamm versammelt, um gegen die Inhaftierung türkischer Journalisten und Intellektueller zu protestieren. „Nieder mit der AKP-Diktatur!“, „Wir haben geschworen, Silivri wird stürzen“ riefen nach Angaben der türkischen Zeitung Aydinlik mehr als 10.000 Menschen.

Im Zuge des Ergenekon-Prozesses kam es bisher zu insgesamt 228 Anklagen gegen  Journalisten, Akademiker und Politiker. Bei weiteren Verfahren kam es zu weiteren Anklagen gegen 150 Personen. Den meisten von Ihnen wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

Am Montag beginnt im Gericht von Silivri die nächste Runde des Prozesses. Vor Ort soll die Zahl der Demonstranten am Montag um ein vielfaches höher sein. Berichten der Hürriyet zufolge, sollen rund 410 Busse aus 41 Provinzen nach Silivri fahren. Die länger als vier Jahre andauernden Verfahren sollen nun kurz vor dem Ende stehen.

Neben der CHP, der führenden Oppositionspartei, rufen der Bund Türkischer Jugendlicher (TGB) sowie der Verband der Vereine zur Förderung der Ideen Atatürks in Europa (ADD) zur Teilnahme auf. Auch in Berlin organisierten der TGB und der ADD die Demonstration namens „Yurtsevenlere Özgürlük“ von Samstag.

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