Türkischer Professor: USA müssen zwischen Türkei und Israel vermitteln

Ilter Turan, Professor an der Bilgi-Universität, ist der Ansicht, dass die türkisch-israelischen Beziehungen sich nicht von selbst verbessern werden. Beide Staaten benötigen die USA als Vermittler. Zumal auch die Sicht des US-Kongresses auf die Türkei, ganz stark abhängt von dem Stand der türkisch-israelischen Beziehungen.

Der türkische Professor für internationale Beziehungen an der Istanbuler Bilgi-Universität , Ilter Turan, sagt, dass die Entwicklung des türkisch-israelischen Verhältnisses abhängt von der Initiative der USA. Auch sei es den Amerikanern zu verdanken, dass eine Annäherung zwischen beiden Staaten erreicht wurde.

Doch Washington könne noch mehr tun und beide Seiten zusammen bringen, um sich Gedanken über den Transfer von israelischem Gas, auf den EU-Markt zu machen. Auf die Nachfrage der Hürriyet Journalistin Barçın Yinanç, ob schlechte türkisch-israelische Beziehungen auch automatisch das türkisch-amerikanische Verhältnis belaste, antwortet Turan differenziert.

Es gebe verschiedene Gruppen in den USA. Das Weiße Haus, das Verteidigungs-Ministerium, der US-Kongress und andere Institutionen haben allesamt eine andere Meinung über die Türkei, da sie verschiedene Interessen reflektieren. „Anti-türkische Bestrebungen sind vor allem im US-Kongress weit verbreitet. Es gibt eine starke Lobby, die interessiert ist am Wohlbefinden Israels“, zitiert die Hürriyet den Akademiker Turan.

Beispielsweise sei Ankara – wie die EU – daran interessiert, ein Freihandels-Abkommen mit Washington abzuschließen. Doch gegen jenes Abkommen stelle sich der US-Kongress. Die Entwicklung der türkisch-amerikanischen Beziehungen hängen vor allem von den türkisch-israelischen Beziehungen ab.

Der Vorsitzende des türkisch-amerikanischen Unternehmerverbandes (TABA/AmCham), Ekrem Alptekin, hatte im Februar verkündet, dass die Türkei beim bevorstehenden Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU mitwirken müsse (mehr hier). Konkrete Verhandlungen sollen im Juni 2013 beginnen und bis zum Jahr 2016 in ein transatlantisches Freihandelsabkommen münden.

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