Ausschreitungen bei Ergenekon-Prozess: Tränengas und Wasserwerfer gegen Demonstranten

Endspurt im Ergenekon-Prozess. Hunderten Personen wird die Mitgliedschaft in einer Terror-Organisation vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft fordert für 64 Personen - unter ihnen Journalisten, Ärzte, Wissenschaftler, Geschäfts-Leute und Militärs - lebenslange Freiheits-Strafen.

Kurz vor Beginn des letzten Abschnitts des Ergenekon-Prozesses, ist es vor dem Gerichts-Gebäude von Silivri zu schweren Ausschreitungen zwischen Sicherheits-Kräften und Tausenden von Demonstranten gekommen. Die Polizei hat neben Wasser-Werfern auch Tränengas eingesetzt, um die Proteste unter Kontrolle zu bringen. Doch die Demonstranten haben die Barrikaden eingerissen, berichtet die Hürriyet.

„Wir sind hier, um unsere Stimme für die Gerechtigkeit zu erheben. Mehr wollen wir nicht“, zitiert das Nachrichten-Portal Haber 7 den Abgeordneten der sozial-demokratischen CHP, Mahmut Tanal.

Der Ergenekon-Prozess wird von vielen AKP-Kritikern als ein politischer Prozess angesehen, der darauf abziele, Regierungs-Kritiker und säkulare Kräfte in der Türkei mundtot zu machen. Tatsächlich wurden im Zuge des Verfahrens entlastende Zeugen nicht vorgeladen und die Vorwürfe gegen die Angeklagten häufen sich.

Den Forschungs-Ergebnissen der John Hopkins Universität und des Stockholmer Instituts für Sicherheit und Entwicklungs-Politik zufolge, gebe es keine terroristische Struktur, die man als Ergenekon-Organisation bezeichnen könne. Die Anklageschrift gegen die Verdächtigen sei durchsiebt von Widersprüchen, Spekulationen, Gerüchten und unlogischen bis wertlosen Feststellungen (mehr hier).

http://www.youtube.com/watch?v=4Sf3TtuGzUw

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