Das Schicksal syrischer Flüchtlinge: Filmemacher Nikos Megrelis plant Dokumentation

Der griechische Filmemacher Nikos Megrelis („Shooting vs. Shooting“) hat offenbar Ambitionen, eine Dokumentation über die Notlage der syrischen Flüchtlinge zu drehen. Bisher, so seine Ansicht, ist ihre Situation in der internationalen Öffentlichkeit noch nicht präsent genug. Beleuchten will er aber auch die Arbeit der Kriegsreporter im Land.

Der griechische Filmemacher Nikos Megrelis war in der vergangenen Woche in Istanbul, um dort seine internationale Dokumentation aus dem Jahr 2011 „Shooting vs. Shooting“ über die ungerechten Tötungen vieler Journalisten und Medienmitarbeiter vom Beginn des Irakkriegs im Jahr 2003 bis heute zu präsentieren. Bei dieser Gelegenheit kündigte er an, dass er hoffe, unter anderem einen Film über die Notlage der syrischen Flüchtlinge drehen zu können. Das berichtet die türkische Zeitung Zaman.

„Ich möchte zwei Dokumentarfilme drehen, einer soll von der Tragödie der Flüchtlinge handeln“, so Megrelis im Gespräch mit der Zeitung. Mittlerweile gebe es mehr als eine Million syrischer Flüchtlinge. Ein Umstand, der in den Augen des Kreativen dringend festgehalten werden muss. „Ich bin der Ansicht, dass ihr Drama bisher zu wenig Aufmerksamkeit innerhalb der internationalen Gemeinschaft erhalten hat.“ Einen weiteren Film kann er sich darüber hinaus über die Situation der involvierten Journalisten vorstellen, die den Krieg dokumentieren. Um Letzteres umzusetzen, müsse dieser allerdings erst zu Ende sein, so der Filmemacher. Der Grund hierfür liege auf der Hand:  Ginge man jetzt hinein, würde man zwei Seiten einer Geschichte hören, doch keine unabhängigen Stimmen erhaschen können.

Arbeit der Kriegsreporter wird immer gefährlicher

Megrelis weiß, wovon er spricht. Seine Dokumentation „Shooting vs. Shooting“ entstand über mehrere Jahre und wurde in insgesamt zehn Ländern gedreht. Im Zuge der Dreharbeiten befragte er mehr als 70 Journalisten, die im Irak waren. Unter ihnen auch Anthony Shadid und Mika Yamamoto, die ihren Job später bei einem Einsatz in Syrien mit dem Leben bezahlen sollten. Das Ziel seines Films, war es aufzuzeigen, dass Journalismus immer gefährlicher wird (mehr hier).

In Syrien sei die Situation ganz ähnlich. Die Reporter, gut 2000 sollen sich derzeit im Land aufhalten, könnten nicht frei arbeiten. Beide in den Krieg involvierten Parteien hätten etwas gegen ihre Anwesenheit. Besonders schlimm: Viele der Journalisten seien nicht auf einen Einsatz im Krisengebiet vorbereitet. Entführungen oder gar Morde seien nicht selten (mehr hier). Nichtsdestotrotz sei ihre Arbeit unentbehrlich. Sie leisten wichtige Dienste, sind sie doch meist die einzigen, unabhängigen Quellen in einer solchen Situation.

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