Bizarre Partys: Briten feiern den Tod von Margaret Thatcher

Die Bilder, die derzeit von der Insel herüberschwappen, erinnern an eine aus den Fugen geratene Straßenparty. Johlende Menschen auf den Straßen, Polizisten mit Schutzschildern, brennende Gegenstände auf dem Asphalt. Doch es ist eigentlich kein Freudentag - sie feiern den Tod, den Tod der „Eisernen Lady“ Margaret Thatcher.

Nicht nur im Internet machen sich die Gegner der einstigen britischen Premierministerin Margaret Thatcher breit (mehr hier). Auch auf den Straßen des Königreichs kennt man nach dem Tod der 87-Jährigen offenbar keine Pietät. Die Bilanz, die das britische Boulevardblatt Daily Mail am Tag eins nach dem Ableben der Politikerin zieht, ist erschreckend.

Verletzte Polizisten und brennende Mülltonnen

Hunderte seien auf die Straßen gegangen, um die Nachricht vom Tod der Politikerin zu feiern. Zwei Frauen seien festgenommen worden, nachdem sie bei einem Einbruch im Zuge der Straßenpartys erwischt wurden. Im alternativen Süd-Londoner Stadtteil Brixton herrschte ab dem späten Nachmittag Trinkstimmung. Zusehends sei die Atmosphäre aggressiver geworden. Dabei krachten nicht nur die Scheiben eines Geschäftes. In Bristol wurden insgesamt sieben Polizisten verletzt, einer davon schwer, nachdem er von Passanten mit Flaschen beworfen wurde. Daneben sollen auch Dosen und anderer Unrat in Richtung der Beamten geflogen sein, die den Massen mit Kampfausrüstung entgegengetreten waren. Nicht wenige mussten zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden.

Doch nicht nur in London, auch in Glasgow und Liverpool, wo Fackeln und Feuerwerk das Bild an der Lime Street Station bestimmten, sei gefeiert worden. Ebenso in Derry, so heißt es weiter, wo Polizisten mit Benzinbomben beworfen wurden. Die Szenerien, so wird schnell deutlich, glichen vielerorts einem Schlachtfeld. Mülltonnen wurden vom Mob in Brand gesetzt, ein Polizeiauto wurde von einem Wurfkörper beschädigt. Einige Leute tranken Champagner, während andere in Thatcher-Masken umherliefen. Es soll sogar Leute gegeben haben, die als dem ehemalige Premierministerin gekleidet waren. Untermalt wurde das Treiben von Stereoanlagen, die einfach auf die Straße gestellt wurden. Teils dauerte es mehr als zwei Stunden, um wieder für Ruhe und Ordnung zu sorgen.

Weitere „Feierlichkeiten“ geplant

Die Feierlichkeiten, so das Blatt, seien vornehmlich über das Internet organisiert worden. Formiert wurde sich bereits Minuten nach Bekanntgabe der Todesnachricht. Und am 17. April, dem Tag von Thatchers Beerdigung soll es weitere Partys geben.

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