Türkisch-Kurdisch: Staatliches Wörterbuch-Projekt endlich abgeschlossen

Ab dem Schuljahr 2013/14 wird in der Türkei ein türkisch-kurdisches Wörterbuch zum Einsatz kommen. Schulkinder werden die Möglichkeit haben, jenes Wörterbuch im Wahlfach „Kurdisch“ zu nutzen. An der Ausarbeitung waren - im Auftrag des „Instituts für die türkische Sprache“ (TDK) - hauptsächlich kurdischstämmige Akademiker beteiligt.

Kurdische Kinder aus Diyarbakır können schon bald das türkisch-kurdische Wörterbuch nutzen (Foto: CharlesFred/flickr).

Kurdische Kinder aus Diyarbakır können schon bald das türkisch-kurdische Wörterbuch nutzen (Foto: CharlesFred/flickr).

Das „Institut für die türkische Sprache“ (TDK) steht kurz vor der Veröffentlichung eines türkisch-kurdischen Wörterbuchs. Das Wörterbuch wurde von einer Kommission aus kurmandschi-kurdisch sprechenden Akademikern zusammengestellt. Neben dem kurdischen Dialekt Kurmandschi gibt es die Dialekte Sorani und Südkurdisch.

Doch das Wörterbuch wird ausschließlich auf Kurmandschi verfasst werden, da ungefähr 65 Prozent aller Kurden diesen Dialekt sprechen. Ab dem Schuljahr 2013/14 wird es an allen türkischen Grundschulen im Wahlfach „Kurdisch“ zum Einsatz kommen, berichtet die Hürriyet. Schulkinder werden anhand des Wörterbuchs die Möglichkeit haben auf insgesamt 10.000 Wörter zurückzugreifen.

Auch türkische Polizisten in Diyarbakır besuchen seit kurzem Kurdisch-Kurse, um einen besseren Draht zur kurdischen Bevölkerung aufzubauen (mehr hier).
Insgesamt nehmen 140 Beamte in Diyarbakır und Siirt nach Dienstschluss an entsprechenden Kursen teil. Darüber hinaus wurden 30 Polizisten, die Kurdisch sprechen, in Batman verpflichtet.

Vergangenes Jahr hatte das türkische Bildungsministerium ein Schulbuch in kurdischer Sprache herausgebracht (mehr hier). Das Lehrbuch enthält kurdische Namen, Fotos von bekannten kurdischen Persönlichkeiten und auch Abbildungen von Personen, die ein Palästinensertuch tragen. Neben der Sprache an sich soll auch kurdisches Kulturgut vermittelt werden.

Zur Sprache kommen etwa einst verbotene kurdische Namen wie Hewan, Rojin und Baran. Zur Beschreibung von Berufen, so informiert das Blatt, würden männliche Figuren mit dunklen Schnurrbärten verwendet. In einem Abschnitt über Termine und Kalender seien zudem Fotos des Sängers Ahmet Kaya und des Schauspielers Yılmaz Güney zu sehen.

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