Landwirtschaft: AKP-Regierung vergibt milliardenschwere Subventionen an Bauern

Die türkische Regierung greift ihren notleidenden Landwirten unter die Arme. Subventionen in Höhe von 3,9 Milliarden Euro sollen ihnen aus ihren finanziellen Nöten helfen. Doch ein umfassender Plan, zur nachhaltigen Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der türkischen Bauern liegt nicht vor.

Das türkische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Tierhaltung hebt ihre Subventionen für das aktuelle Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent an. Damit werden den türkischen Bauern insgesamt 3,9 Milliarden Euro zugutekommen. 1,1 Milliarden Euro an Agrarsubventionen wurden schon im April 2013 ausgeschüttet.

Das überrascht nicht. Die türkischen Bauern haben einen schweren Stand. Aufgrund marktbedingter Preisniveau-Schwankungen ihrer Produkte in Kombination mit grenzenlosen kreditfinanzierten Käufen von Traktoren und Häusern, sind viele von ihnen in ihrer Existenz bedroht. Denn Pfändungen ihrer Güter stehen auf der Tagesordnung, weil sie die Tilgungsraten nicht mehr leisten können. Sie befinden sich in einer Schuldenfalle (mehr hier).

„In den vergangenen drei Jahren haben die Preisniveauerhöhungen bei Düngemitteln und Diesel die Bauern in große Finanzengpässe getrieben“, sagt Şemsi Bayraktar, Präsident der türkischen Landwirtschaftskammer, der türkischen Tageszeitung Evrensel. Von 2010 bis 2013 haben sich die Preise für Düngemittel je nach Art zwischen 52,2 Prozent und 98,7 Prozent erhöht.

Im gleichen Zeitraum seien die Subventionen für Düngemittel um 29,4 Prozent und die Subventionen für Diesel um 32,3 Prozent gestiegen. Doch seien jene Subventionen nicht ausreichend gewesen. Umso erfreulicher sei die jüngste Entscheidung des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Tierhaltung das Subventionsvolumen auf 3,9 Milliarden Euro anzuheben.

Allerdings gebe es nachhaltige Probleme. Die Türkei sei weltweit eines der Länder mit den höchsten Dieselpreisen. Auch im Bereich der Düngemittel sei sie abhängig vom Ausland. Das Ergebnis der Preisniveauerhöhungen und der Abhängigkeit sei verheerend. Die Produktivität nehme ab, die Qualität sinke, und viele Bauern können von ihren Einkünften nicht mehr leben.

Insgesamt 39,5 Millionen Hektar der türkischen Landfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Der landwirtschaftliche Sektor umfasst den Daten des Türkischen Statistikamts (TÜIK) zufolge nahezu 5,5 Millionen informelle Mitarbeiter. Soziale Sicherheiten haben diese Menschen nicht (mehr hier).

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