Fahrerflucht in der Türkei: Frau des Schweizer Konsuls drohen 4,5 Jahre Haft

Die Istanbuler Staatsanwaltschaft hat für die Frau des Schweizer Konsuls 4,5 Jahre Gefängnis gefordert. Seit dem Vorfall Anfang Februar darf sie die Türkei nicht verlassen. Der Diplomatengattin wird Fahrerflucht vorgeworfen. Ein türkisches Ehepaar wurde bei dem Unfall verletzt.

Die Istanbuler Staatsanwaltschaft, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, wirft Andrea Köppel „rücksichtslose Beschädigung“ vor. Daher habe sie am vergangenen Mittwoch, den 10. April, zwischen einem Jahr und einem Monat und 4,5 Jahren Gefängnis gefordert. Köppels Blutalkoholkonzentration habe angeblich über dem gesetzlichen Grenzwert von 0,05 Prozent gelegen. Dies habe ein Alkoholtest ergeben, der erst fünf Stunden nach dem Vorfall durchgeführt wurde. Darüber hinaus hätte sich die Polizei mittlerweile auch die Videoaufnahmen des Unfalls beschafft.

Köppel war Anfang Februar mit einem Diplomatenfahrzeug im Istanbuler Stadtteil Bebek unterwegs, wo es zu einem Unfall mit einem türkischen Ehepaar auf einem Motorrad kam (mehr hier). Filiz İnal wurde bei dem Zwischenfall schwer verletzt. Ihr Mann Doğan Durmuş İnal kam mit leichten Verletzungen davon.

Obschon es gegenteilige Zeugenaussagen gab, so das Blatt weiter, habe die Konsulgattin den Vorwurf Fahrerflucht begangen zu haben, bestritten (mehr hier). Nach der Befragung durch die Polizei hatte das Gericht in Istanbul angeordnet, dass sie die Türkei nicht verlassen dürfe. Weiterhin wurde veranlasst, dass sie sich bis auf Weiteres regelmäßig jeden Freitag auf der Wache zu melden und dort eine Unterschrift zu leisten hätte. Die Schweizerische Generalkonsulin in Istanbul, Monika Schmutz Kirgöz, erklärte im Gespräch mit der Hürriyet, dass Köppel keine diplomatische Immunität in Anspruch nehmen und mit den türkischen Behörden kooperieren werde bis die Untersuchungen abgeschlossen seien. Darüber hinaus wolle sie auch persönlich vor Gericht erscheinen, falls erforderlich.

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