Diskriminierung: Thüringer Tierschützer attackiert Kopftuchträgerinnen

Ein führender Tierschützer attackiert in einer Rundmail in Deutschland lebende Muslime. In einem kuriosen Vergleich empört er sich über die Erschießung von Schweinen. Denn jene Schweine verhielten sich schließlich weitaus zivilisierter als Kopftuch tragende Muslime.

Vergleich zwischen Schweinen und Muslimen erregt die Gemüter (Foto: Aleksander Dragne/flickr).

Vergleich zwischen Schweinen und Muslimen erregt die Gemüter (Foto: Aleksander Dragne/flickr).

Harald von Fehr, Vorsitzender der Thüringer Tierschutzpartei, hat in einer Mitteilung, welche der Abgeordneten der Partei DIE LINKE im Thüringer Landtag, Katharina König, vorliegt, fremdenfeindliche Äußerungen gegen Muslime und muslimische Frauen mit Kopftüchern geäußert.

In jener Rundmail sind Fotos von Schweineherden zu sehen, die der Tierschützer mit folgenden Worten kommentiert.

„Irgendwo in Europa; am Sonntagmorgen ein Ausflug der ganze Familie. Es ist schön zu sehen wie die Alten ihre Jungen beschützen. Was mir auffällt? Sie benutzen den Fussgängerstreifen um über der Strasse zu gehen! Sie benützen das Trottoir! Sie tragen keine Kopftücher! Sie benützen kein geklaute Fahrräder/Roller oder BMWs! Sie halten Disziplin! Sie tragen keine Messer! Sie gehen nicht in fremden Häuser! Sie spucken nicht auf den Boden! Und sie machen keine fremden Frauen an!! Aber das schlimmste ist: Auf die darf geschossen werden!!!“

Die Abgeordnete König ist der Auffassung, dass die Voraussetzungen des Tatbestands der Volksverhetzung gemäß § 130 StGB erfüllt seien. Deshalb habe sie die Staatsanwaltschaft Gera um Prüfung der Sachlage gebeten.

Harald von Fehr soll zudem in mehreren Ausgaben der rechtsradikalen Zeitschrift „Der Rennsteigbote“ als Autor mitgewirkt haben und sogar namentlich erwähnt worden sein. Heute werde die Zeitschrift offiziell von der Thüringer NPD, sprich dessen Kreisverband in Gotha herausgegeben.

In einer „kleinen Anfrage“ im Landtag fragt König, ob unter dem Deckmantel des Tierschutzes rechtsradikale Propaganda betrieben werde. „Welche weiteren Erkenntnisse liegen der Landesregierung über ein gemeinsames Wirken von Angehörigen Thüringer Tierschutz-Initiativen und Anhängern der rechten Szene Thüringens vor?“, wird sie in der Anlage zur „kleinen Anfrage“ zitiert.

Journalisten der DTN haben durchgehend und vergeblich versucht den Vorstandschef der Thüringer Tierschutzpartei, Harald von Fehr, die Schriftführerin, die Beisitzerin und die Kommissarische Beisitzerin, telefonisch zu erreichen, um von Fehr und seiner Partei eine Stellungnahme zu ermöglichen.

Im Gespräch mit den DTN, sagte eine Sprecherin des Landesamt für Verfassungsschutz Thüringen „…, dass die “Thüringer Tierschutzpartei” kein Beobachtungsobjekt des Thüringer Landesamts für Verfassungsschutz ist. Hinweise auf ein politisch ziel- und zweckbestimmtes Handeln der Partei, das darauf gerichtet ist, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beseitigen oder außer Kraft zu setzten, liegen der Behörde nicht vor. Erkenntnisse zu einer nachhaltigen Kooperation der Partei mit rechtsextremistischen Personenzusammenschlüssen fielen bislang nicht an.“

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