Keine Kooperation: YouTube verweigert türkischer Polizei Herausgabe von Kidnapper IP-Adresse

Die türkische Polizei wollte im Zuge ihrer Ermittlungen zur Entführung eines führenden Mitglieds der Freien Syrischen Armee (FSA) mit YouTube kooperieren. Doch das Internet-Videoportal lehnte die Zusammenarbeit ab. Grund: Die Anfrage betreffe keinerlei Sicherheitsinteressen der USA.

Geiselnahmen mit Lösegeldforderungen sind in Syrien keine Ausnahme (Screenshot via Youtube).

Geiselnahmen mit Lösegeldforderungen sind in Syrien keine Ausnahme (Screenshot via Youtube).

Eine Anfrage der Zentralbehörde der türkischen Polizei (EGM) an YouTube zur Herausgabe einer IP-Adresse von mutmaßlichen Geiselnehmern, wurde abgelehnt. YouTube-Offizielle erklärten den türkischen Behörden, dass die Anfrage nicht im Zusammenhang mit den Sicherheitsinteressen der USA stehen würde und in diesem Sinne irrelevant sei.

Zuvor wurde der Leutnant der Freien Syrischen Armee (FSA) Riyad Ahmed von bisher unbekannten Personen entführt. Die Geiselnehmer verlangten in einer YouTube-Videobotschaft eine Million Euro Lösegeld von der Familie Riyads. Der Bruder der Geisel, Selahattin Ahmed, erstattete anschließend eine Anzeige bei der Oberstaatsanwaltschaft in Hatay.

Die EMG meint, dass sich Riyad Ahmet in Syrien oder in einem der Nachbarländer der Türkei befinden könnte. Es hat sich noch keine Gruppe zur Entführung bekannt. Doch die EMG vermutet, dass Elemente der syrischen Opposition hinter der Geiselnahme stecken. Vorkehrungen zur Observation seien getroffen worden.

Schon im März wurde ein Attentat gegen den Chef der FSA, Riad al-Asaad, verübt. Dabei soll er ein Bein verloren haben und wurde anschließend in einem türkischen Krankenhaus behandelt (mehr hier). Riad al-Asaad, der die Freie Syrische Armee (FSA) im Jahr 2011 ins Leben rief, war einer der ersten führenden Armeeangehörigen, der aus dem syrischen Militär flüchtete.
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