Klänge des Ostens: Türkischer Musiker entwirft neuartige Gitarre

Tolgahan Çoğulu, Musiker und Wissenschaftler an der Musikabteilung der Technischen Universität Istanbul, hat eine neue Gitarre konzipiert, die es den Spielern ermöglicht, eine Vielzahl von Klängen sowohl aus der östlichen als auch aus der westlichen Welt zu erzeugen. Die Idee für sein Instrument basiert auf einer deutschen Erfindung.

Der Türkei Tolgahan Çoğulu ist Musiker und Wissenschaftler zugleich. Dieser Umstand kommt nun auch der  regionalen Musikszene zugute. Denn er hat einen neuen Gitarrentypus geschaffen, der die Musik von Ost und West miteinander verbindet: Die so genannte adjustierbare mikrotonale Gitarre. Diese ermögliche es Musikern, so der Erbauer, „alle Töne und Sounds zu spielen, die mit einem normalen Instrument vorher nicht möglich waren“. Das berichet die türkische Zeitung Hürriyet.

Neben der klassischen arabischen Musik (Maqam) aus dem Nahen Osten ermöglicht die mikrotonale Gitarre auch neue Klang- und Harmoniewelten in der „Neuen Musik“. „Man kann damit neue Dinge in einer bisher nicht dagewesenen Dimension ausprobieren“, schwärmt Instrumentenbauer Çoğulu über die sich jetzt eröffnenden Möglichkeiten seiner Konzertgitarre mit verstellbaren Bünden.

In der Nachfolge von Walter Vogt und Hervé Chouard

Die Idee mit den verschiedenen Kanälen, so erläutert er weiter, gehe zurück auf den deutschen Gitarrenbauer Walter Vogt. Bereits in den 1980er Jahren gelang es ihm, „eine Gitarre zu bauen, bei der alle 110 – 120 Halbtöne mittels einzeln verschiebbarer Metallbünde exakt zu stimmen sind. Kurz vor seinem Tod im Jahr 1990 vollendete er ein nochmals verbessertes Präzisionsgriffbrett für temperierte Stimmung“, informiert hierzu auch der französische Instrumentenbauer Hervé Raoul Chouard auf seinem Blog, der die Arbeit des Deutschen an dessen Feinstimmbarer Gitarre weiter führt.

Çoğulu hatte allerdings nie die Gelegenheit, die Errungenschaften des Deutschen persönlich in Augenschein zu nehmen, geschweige denn ihren komplexen Mechanismus zu analysieren. Er wurde über Fotos von Chouard auf die Arbeit Vogts aufmerksam. Sofort, so erinnert er sich, sei für ihn klar gewesen, diese Idee sei die logischste Lösung Mikrotöne auf einer Gitarre zu spielen. Gemeinsam mit seinen beiden Unterstützern Şehvar Beşiroğlu und Ekrem Özkarpat habe er sich dann daran gemacht, ein Griffbrett zu entwickeln, das nun voll auf seine Bedürfnisse zugeschnitten sei. Denn gerade Maqam habe Mikrotöne, die auf einem herkömmlichen Instrument nur begrenzt umsetzbar seien.

Und so hört sich das Ganze dann an:

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