Islamismus: US-Denkfabrik warnt vor Dschihad-Gefahr in Europa

Analysten der US-Denkfabrik Stratfor sagen: Muslime in Europa sind gesellschaftlich ausgegrenzt und Dschihadisten nutzen diese Tatsache, um Nachwuchs zu rekrutieren. Große islamistisch motivierte Terroranschläge in Europa sind nicht ausgeschlossen. Die Aussicht sei mehr als negativ.

Scott Stewart, Vize-Chef der Analyseabteilung der US-Denkfabrik Stratfor, und Sidney Brown sehen eine unmmitelbare Gefahr für die europäische Öffentlichkeit durch Dschihadisten. Dies geht aus einer aktuellen Stratfor-Analyse hervor.

Die Wirtschaftskrise in Europa habe insbesondere die europäischen Muslime sehr hart getroffen, da sie auf dem Arbeitsmarkt ohnehin einer weitgehenden Ausgrenzung ausgesetzt seien. Eine Folge der gesellschaftlichen Ausgrenzung sei die Herausbildung von muslimischen Ghettos. Dschihadistische Ideologen, die in ihren Heimatländern politisch verfolgt werden, nutzen diesen Umstand, um junge europäische Muslime für sich zu gewinnen. Die laschen Asylgesetzgebungen bieten jenen Ideologen die Möglichkeit in Länder wie Frankreich einzuwandern.

Anti-islamische Politiker wie Geert Wilders sind wie Wasser auf die Mühlen der Dschihadisten, die propagieren, dass der Islam attackiert werde. Hinzu kommen anti-islamische Gesetzesvorlagen, die Muslime in einen Zustand der Resignation versetzen und sie in die Hände treiben. Doch radikale Islamisten stellen nach wie vor eine winzige Minderheit innerhalb der Gruppe der europäischen Muslime dar. In den USA hingegen seien Muslime integriert und wohnen nicht abgeschottet von anderen gesellschaftlichen Gruppen. Sie seien ein Teil der Gesellschaft.

Am Beispiel des im Jahr 2008 von einer Spezialeinheit der belgischen Polizei getöteten algerischstämmigen Franzosen, Hakim Benladghem, wird die Gefahr dargestellt. Benladghem war ehemaliger Fallschirmjäger der französischen Armee, wohnte seit 2008 in Belgien und hatte sich im selben Jahr radikalisert. Er plante eine Attentatserie in Europa. Des Weiteren hätte Benladghem mehrmals versucht, in Israel einzureisen, um in Gaza zu kämpfen.

Es gebe weitere hochprofessionelle Dschihadisten, die nur durch den Eingriff durch professionelle Einheiten gestoppt werden können. Eine Reihe von Hinweisen deuten darauf hin, dass es schon bald zu großen Terroranschlägen in und außerhalb Europas kommen könnte, meinen die Analysten Stewart und Brown.

Hier stellt sich auch die Frage, wie sich mögliche Anschläge von islamistischen Terroristen auf die Wahrnehmung von europäischen Muslimen auswirken könnte und welche Konsequenzen die EU-Staaten daraus ziehen könnten? Der türkische Präsident hatte kürzlich erwähnt, dass eine Neuauflage des Holocaust in Zukunft nicht vollkommen auszuschließen sei (mehr hier). Ereignisse wie in Srebrenica seien wahrscheinlich. Denn es bestehen ohnehin verwurzelte Vorurteile gegen Muslime in Europa. Offenbar steuern wir auf turbulente Zeiten zu.

http://www.youtube.com/watch?v=wU1hbXETaWA

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