Unwiederbringlich zerstört: Historische Moschee fällt Unruhen in Syrien zum Opfer

Der Bürgerkrieg in Syrien fordert nicht nur menschliche Opfer. Das Land steht auch vor einem kulturellen Untergang. Die 1300 Jahre alte al-Omari Moschee in der Stadt Dar'a, wurde im Zuge einer Sprengung komplett zerstört. Opposition und Regierung beschuldigen sich gegenseitig.

In Syrien wurde die historisch bedeutende al-Omari Moschee gesprengt. Opposition und Regierung beschuldigen sich gegenseitig. Die nach dem Kalifen Umar ibn al-Chattab benannte Moschee in Dar’a wurde im 8. Jahrhundert erbaut und galt als eines der wichtigsten Kulturschätze des Landes. Doch im Zuge der Aufstände wurde die Moschee auch als Organisationszentrale und Versammlungsort durch Regime-Gegner genutzt. Die erstmalige Protest-Versammlung in der Moschee fand 2011 statt.

Damals sollen sich unter den Beteiligte auch bewaffnete Aufständische befunden haben. Daraufhin riegelten Regierungstruppen das Viertel ab und erstürmten die Moschee. Es gab Dutzende Tote. Dar’a war der geographische Ausgangspunkt der Aufstände in Syrien.

Die Zerstörung der al-Omari Moschee hat auch einen symbolischen Charakter, denn Umar ibn al-Chattab gilt als beliebtester Kalif der sunnitisch-arabischen Welt. Bei den Schiiten und Alawiten hingegen ist Kalif Umar unbeliebt bis verhasst. Der Bürgerkrieg könnte durch die Zerstörung der für Sunniten so wichtigen Moschee eine neue Dimension einnehmen.

Denn schon im Vorfeld des Konflikts hatten Salafisten verkündet, man wolle die Alawiten des Landes auslöschen (mehr hier). Aber auch Christen befinden sich in Todesangst (mehr hier). Das Credo der Islamisten, welches „Christen nach Beirut, Alawiten in den Sarg“ lautet, könnte sich schon bald bewahrheiten.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die mit einem Netzwerk an Kontakten in Syrien arbeitet, setze sich die Zahl von mehr als 6000 dokumentierten Toten im März aus Opfern beider Seiten zusammen: 1.486 Rebellen und Armee-Überläufer und 1.464 Soldaten der syrischen Armee. Übertroffen würden diese Werte jedoch von den Zahlen getöteter Zivilisten: Im März seien das insgesamt 2,080 gewesen, darunter 298 Kinder und 291 Frauen.

Darüber hinaus habe es 387 nicht identifizierte Zivilisten und 588 nicht identifizierte Kämpfer gegeben. Die meisten von ihnen Ausländer, die sich dem Kampf der Rebellen angeschlossen hätten. Alles in allem käme man damit auf 6.005 Tote (mehr hier).

http://www.youtube.com/watch?v=tWDWxw-U8JE

Mehr zum Thema:

Arabischer Frühling: Christen und Minderheiten droht der Untergang 
Istanbul: US-Amerikaner wird syrischer Premier der Übergangsregierung
Syrien: Christen verteidigen Moschee, Muslime beten in Kirche

 

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.