Türkisch-israelische Beziehungen: Jetzt kommen auch die russischen Touristen wieder zum Zug

Noch sind die türkisch-israelischen Beziehungen ein zartes Pflänzchen. Doch schon jetzt profitieren auch Touristen aus einem Drittstaaten von den jüngsten Annäherungen. Russische Türkei-Urlauber können nun wieder religiöse Tagestrips gen Israel starten.

Das türkisch-israelische Tauwetter hat nicht nur die israelischen Touristen in die Türkei zurückkehren lassen (mehr hier). Auch die Nachfrage nach religiösen Ein-Tages-Touren von der Türkei etwa nach Jerusalem ist unter den europäischen Urlaubern – insbesondere unter den russischen Gästen – wieder deutlich gestiegen. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet.

Geschuldet sei diese Entwicklung, so Nejdet Alacan, Vorsitzender von Belmondo Travel, der Agentur, die die höchste Zahl der israelischen Touristen in die Türkei bringt, der Entschuldigung Netanyahus im Zuge der Mavi Marmara-Krise (mehr hier).

Konkret geht es um eintägige Besichtigungstouren nach Jerusalem, die vor allem von Christen aus Russland oder Muslimen aus Kasachstan während ihres Türkei-Urlaubs wahrgenommen würden, da die Strecke zwischen Israel und der Türkei für sie relativ kurz sei.

Die Flugzeuge, die religiöse Touristen nach Israel beförderten, hatten vormals auch die türkischen Interessenten mit eingesammelt, um so die Kosten zu drücken. Mit einem Morgenflug ging es gen Israel, um dort heilige Orte wie die Klagemauer oder Al-Aqsa-Moschee zu besichtigen. Um Mitternacht war man dann zurück im türkischen Hotel. Mit sinkender Zahl israelischer Touristen ging auch die Zahl der Flüge zurück und so letztlich auch die Zahl der Urlauber, die solche Angebote buchten. Die diplomatischen Spannungen zwischen Israel und der Türkei verschärften die Lage zudem. Nach dem Vorfall von Davos im Jahr 2008 (mehr hier) und den Ereignissen rund um die Gaza-Flotilla Mavi Marmara 2010 galten die Beziehungen zwischen beiden Ländern als eingefroren. Erst seit einigen Wochen entspannt sich das Verhältnis wieder.

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