„Bitte sei kein Moslem“: Katastrophe von Boston lässt weltweite Ängste hochkochen

Der Bombenanschlag auf den Bostoner Marathon versetzt Muslime in der gesamten Welt in Angst. In den sozialen Medien lässt sich ein tiefes Mitgefühl für die Opfer des Anschlags und ihre Angehörigen feststellen. Gleichzeitig betonen sie, der Islam habe nichts mit Terrorismus zu tun. Sie möchten sich gegen einen möglichen Generalverdacht schützen. Doch die Drahtzieher der Tat stehen noch gar nicht fest.

Durch den Anschlag beim Marathonlauf in Boston sind weltweit zahlreiche Muslime in Angst versetzt worden. Denn viele befürchten, dass es sich bei dem Attentäter um einen Moslem handeln könnte. Die Reaktionen im Bereich der sozialen Medien sprechen Bände. „Bitte sei kein Muslim“, zitiert die Washington Post den libyschen Twitter-User Jenan Moussa. Das sei der derzeitige Gedanke aller Muslime, fügt er hinzu. Zu oft wurden Anschläge von Islamisten als Vorwand genommen, um Muslimen das Leben schwer zu machen.

Ein anderer Twitter-User names Kasim Raschid schreibt, dass er sowohl als Mensch, als auch als Marathon-Fan geschockt sei. Der religiöse Hintergrund des Attentäters sei nicht entscheidend. „Wichtig ist, dass wir alle zusammen halten und unsere Stimme gegen Extremismus erheben“, meint der muslimische Schriftsteller aus den USA. Die Welt der sozialen Medien zeichnen ein eindeutiges Bild. Muslime rund um den Globus verurteilen den Anschlag.

Vergangenes Jahr wurde am elften Jahrestag der Terroranschläge von New York eine tödliche Attacke auf das US-Konsulat in Bengasi verübt. Es starben US-Botschafter Christopher Stevens und drei seiner Mitarbeiter. Nach dem Vorfall wurden die Sicherheitsvorkehrungen der diplomatischen Vertretungen der USA verschärft (mehr hier).

Anschließend organisierte die libysche Bevölkerung Massendemonstrationen und verurteilte den Angriff auf die US-Botschaft. Auf den Protestplakaten standen „Bengasi ist gegen Terrorismus. Mörder repräsentieren nicht den Islam“ oder „Chris Stevens war der Freund aller Libyer. Wir stehen auf eurer Seite“.

Auch nach den Anschlägen vom elften September war es im gesamten Nahen Osten zu pro-amerikanischen Demos gekommen. Die Menschen solidarisierten sich mit den Amerikanern, obwohl von den Medien ein ganz anderes Bild gezeichnet wurde. Furcht spielte bei den Demos auch eine Rolle. Denn sie bemerkten, dass sie immer mehr zur Zielschiebe für die Welt wurden.

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