„Nie wieder!“: Zentralrat der Armenier ruft zum Mahngang gegen Genozid und Minderheitendiskriminierung auf

Unter dem Motto „NIE WIEDER!“ ruft der Zentralrat der Armenier in Deutschland e.V. gemeinsam mit den armenischen Gemeinden Berlins, dem Bundesverband der Aramäer in Deutschland e.V., sowie der Initiative DurDe_Deutschland am 27. April zu Mahnwachen und einem Mahngang gegen Genozid und Minderheitendiskriminierung in Berlin auf.

Mit einer mehrstündigen Mahnwache und einem Mahngang wollen die armenischen Gemeinden Berlins, der Zentralrat der Armenier in Deutschland e.V., der Bundesverband der Aramäer in Deutschland e.V. sowie die Initiative DurDe_Deutschland ab dem frühen Nachmittag des 27. Aprils den Opfern des Genozids an den Armeniern, Aramäern/Assyrern und Griechen osmanischer Staatszugehörigkeit in der Bundeshauptstadt gedenken. Das teilt der ZAD in einer den DTN vorliegenden Erklärung mit.

In der Zeit von 14.00 bis 17.00 Uhr sind unter dem Motto „NIE WIEDER! Erinnerungspolitische Mahnwache(n) und Mahngang gegen Genozid und Minderheitendiskriminierung“ verschiedene Stationen eingeplant. Vorgesehen sind die Türkische Botschaft Berlin, das Stelenfeld des Denkmals für die ermordeten Juden Europas, das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas, der Gedenkort „Weiße Kreuze“ für Berliner Maueropfer sowie das Bundeskanzleramt. Ab 18.00 Uhr soll dann in Berlin-Charlottenburg auf dem Evangelischen Luisenkirchhof die Niederlegung von Kränzen und Gebinden an der im Oktober 2012 geweihten künftigen Ökumenischen Gedenkstätte für Genozidopfer im Osmanischen Reich erfolgen.

Auch in Istanbul haben im vergangenen Jahr türkische und türkisch-armenische Bürger gemeinsam den Ereignissen von 1915 gedacht. Weniger friedlich ging es allerdings andernorts zu. In der armenischen Hauptstadt Eriwan gingenTausende Menschen auf die Straße. Unter ihnen befand sich auch Präsident Serzh Sarksyan. Während der Märsche kam es zur Verbrennung türkischer Flaggen durch nationalistische Gruppen. Auch die armenischen Gemeinden in Beirut und Moskau organisierten Proteste, in New York gingen ebenfalls armenisch-stämmige Bürger auf die Straße. (mehr hier).

Schreiben für Bundeskanzlerin Angela Merkel

Neben dem Mahngang fordern die deutschen Teilnehmer in diesem Jahr dazu auf, Mahnwachen vor der Türkischen Botschaft Berlin und dem Bundeskanzleramt abzuhalten, um dort „die immer noch ausstehende legislative Anerkennung des Genozids an den Armeniern und ihren Mitopfern“ einzufordern. Selbst wolle man am Bundeskanzleramt ein Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel überreichen, das die erinnerungspolitischen Hauptforderungen, nämlich „eine juristische qualifizierte Anerkennung des osmanischen Genozids durch den Deutschen Bundestag und die Bundesregierung, die Bestrafung von Völkermordleugnung durch Erweiterung des Strafrechtsartikels 130b (‚Volkshetze‘) und der Einschluss des osmanischen Genozids in die schulische und außerschulische Bildung über Völkermord“ enthalte.

Sowohl mit den USA als auch mit Frankreich lag und liegt die Türkei in der Frage des Völkermords im Clinch. Zuletzt sorgte die Aufnahme in französische Schulbücher für Unmut in der türkischen Politik (mehr hier).

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