Bomben von Boston: Russlands Olympia-Organisatoren sind alarmiert

Nach den verheerenden Bombenexplosionen während des Bostoner Marathons am vergangenen Montag ist auch in Russland die Vorfreude auf die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi verflogen. Die Katastrophe mit mindestens drei Toten und 144 Verletzten hat die Organisatoren der Winterspiele aufgeschreckt. Im russischen Sportministerium versteht man die vermeintlichen Anschläge ganz klar als Warnung.

„Für Russland, das bald eine ganze Reihe von sportlichen Großveranstaltungen austrägt, ist das eine ernste Warnung“, zitiert RIA Novosti Vitaly Mutko, russischer Minister für Sport, Tourismus und Jugendpolitik. Neben den Olympischen Winterspielen, die 2014 im russischen Schwarzmeer-Kurort Sotschi ausgetragen werden, ist das Land bereits Ende dieses Jahres Veranstalter der Sommeruniversiade in Kazan sowie dann im Jahr 2018 der Fußball-Weltmeisterschaft.

Besonders brisant: Die Olympischen Spiele 2014 finden am Rande der unruhigen Nordkaukasus-Region statt. Dort führte Russland zwei postsowjetischen Kriege in Tschetschenien. Zudem ist das unruhige Dagestan in unmittelbarer Nähe. Ohnehin, so Mutko, sei Russland bei jeder Sportveranstaltung „sehr besorgt“ über die Sicherheitslage. Jetzt werde man dieser Frage jedoch besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen.

Putin: „barbarisches Verbrechen“ in Boston

Unterdessen hat auch der Kreml bereits auf die Ereignisse in Boston reagiert. In einem persönlichen Kondolenzschreiben an US-Präsident Barack Obama verurteilte Wladimir Putin das Geschehene als „barbarisches Verbrechen“.

Noch Anfang März dieses Jahres ließ der Vizechef des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB Wladimir Kuleschow verlauten, dass bei den Winterspielen in Sotschi keine Sondermaßnahmen getroffen würden. „Die Organisatoren und der Stab werden sich hauptsächlich darum kümmern, dass sich die Olympia-Teilnehmer und die Gäste wie selbstverständlich auch die Einwohner von Sotschi komfortabel fühlen“, zitiert RIA Novosti Kuleschow, der zugleich den Apparat des Nationalen Anti-Terror-Komitees leitet. Es würden allerdings bestimmte Maßnahmen zur Einschränkung der Verbreitung von Waffen, Sprengstoffen und Munition ergriffen werden. Diese Vorkehrungen, darunter auch Kontrollen am Eingang des Olympia-Geländes, so Kuleschow, entsprächen den internationalen Sicherheitsnormen. Ob es jetzt allerdings zu einer Ausweitung kommt, is bisher nicht bekannt.

City-Marathon von London findet statt

In London will man sich derweil von den Ereignissen in den USA nicht einschüchtern lassen. Ein für kommendes Wochenende geplanter Lauf in der Londoner City, so heißt es unter anderem in der Daily Mail, werde stattfinden. Allerdings soll es eine Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen geben. Auch in Berlin, so meldet der Tagesspiegel, kündigten die Organisatoren des Berlin-Marathons eine genaue Überprüfung des Sicherheitskonzepts an.

Beim ältesten Stadtlauf der Welt in Boston wurden am vergangenen Montag insgesamt drei Menschen, darunter ein achtjähriger Bub, getötet und 144 weitere verletzt als zwei Bomben an unterschiedlichen Punkten detonierten. Um welche Sprengkörper es sich handelte ist derzeit ebenso wenig klar, wie der oder die vermeintlichen Täter. Zum Lauf hatten sich rund 26.000 Menschen angemeldet, darunter sollen sich auch gut 250 Deutsche befunden haben.

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