EU-USA Freihandels-Abkommen: Türkei fürchtet Isolation

Der türkische Wirtschaftsminister Zafer Çağlayan sagt: Das anstehende Freihandels-Abkommen zwischen der EU und den USA bedroht das Exportpotenzial der Türkei. Eine weitere Verschlechterung der Handelsbilanz sei in Aussicht. Deshalb müsse die Türkei am Abkommen teilhaben.

Das anstehende Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU löst in der Türkei Verunsicherung aus. „Wenn dieses Freihandelsabkommen geschlossen wird, dann wird sich unser Handelsdefizit erhöhen”, zitiert die Hürriyet den Wirtschaftsminister Zafer Çağlayan. Zudem sei der türkische Beitritt zur Zollunion ein großer Fehler gewesen.

Denn die Exportfähigkeit der Türkei sei im großen Maße abhängig von Importgütern. Zu Beginn sei die Zollunion ein wichtiger Schritt zur wirtschaftlichen Integration der Türkei in den Weltmarkt gewesen. Doch das habe sich im Laufe der Zeit geändert. „Ausschließlich die Europäer profitieren von diesem Abkommen. Wir werden durchgehend ungerecht behandelt”, meint er. Trotzdem hat das Land seit Beginn des Jahres ihre Export- und Importraten erhöht und versucht, verstärkt in den gesamten Weltmarkt zu exportieren (mehr hier).

Zuvor hatte auch der Vorsitzende des türkisch-amerikanischen Unternehmerverbandes (TABA/AmCham), Ekrem Alptekin, gesagt, dass die Türkei beim bevorstehenden Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU mitwirken müsse (mehr hier). Der Handel zwischen den USA und der Türkei sei ausbaufähig.

Die Türkei hat 2012 Waren im Wert von 5,6 Milliarden Dollar in die USA exportiert. Im Gegenzug wurden US-Waren im Wert von 14 Milliarden Dollar importiert. Der bilaterale Handel zwischen der Türkei und den USA sei in den vergangenen zehn Jahren angestiegen, so Alptekin.

Deshalb sei es wichtig, diesen Trend in ein Freihandelsabkommen einzubetten. Die Türkei müsse schnell reagieren, um als Wirschaftsstandort auf den Beinen bleiben zu können.

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