Jahrestag des Arztmordes: Tausende türkische Mediziner streiken

In der Türkei sind an diesem Mittwoch Tausende Ärzte in einen eintägigen Streik getreten, um ihrem 26-jährigen Kollegen zu gedenken, der im April 2012 von einem Angehörigen eines Patienten ermordet wurde. Schon kurz nach der Tat hatten sie ihrem Unmut über das Geschehene lautstark Luft gemacht.

Das Schicksal des 26-jährigen Herz-Thorax-Chirurgen Ersin Arslan ist in der Türkei unvergessen. Der junge Mediziner wurde am 17. April 2012 in der südtürkischen Provinz Gaziantep vom Enkelsohn eines Patienten erstochen, den er zuvor operiert hatte. Nun, ein Jahr später, gingen die Kollegen des Getöteten erneut auf die Straße.

Wie die türkische Zeitung Zaman berichtet, hätten Tausende Ärzte und medizinisches Personal im gesamten Land protestiert. Wie schon 2012 war es auch diesmal ihr Ziel, nicht nur auf die Geschichte des jungen Kollegen, sondern vor allem auch auf den allgemeinen Mangel an Sicherheit in Krankenhäusern aufmerksam zu machen. Mit Transparenten und Spruchbändern, auf denen sie einen besseren Schutz für Ärzte forderten und den kaltblütigen Mord an Arslan verurteilten, zogen sie durch die Straßen.

Arslan wurde von einem 17-jährigen Teenager in seinem Büro überfallen und schwer verletzt. Der Chirurg erhielt sofort ärztliche Hilfe und wurde von seinen Kollegen in die Chirurgie gebracht. Kurz nach dem Attentat verstarb er jedoch (mehr hier). Der junge Mann wurde später mit einem Messer in der Toilette des Krankenhauses gefunden und der Polizei übergeben. Als Reaktion auf diesen Vorfall forderte die türkische Ärzte-Union (TTB) die Kollegen auf in den Streik zu treten (mehr hier). Mit Erfolg: Zahlreich folgten medizinische Fachkräfte dem Aufruf. Allein am Istanbuler Çapa Krankenhaus versammelten sich Tausende und liefen zunächst gemeinsam zum Cerrahpaşa Lehrkrankenhaus und später zum Beyazıt Platz.

Allein in Istanbul, darauf wiesen die Medien in diesem Zusammenhang hin, habe es 2011 131 Fälle von schweren Beleidigungen oder tätlichen Angriffen gegen Ärzte gegeben, die vor Gericht landeten. Es wurde geschätzt, dass es im gleichen Zeitraum in der gesamten Türkei wohl einige Tausend solcher Fälle gegeben haben könnte.

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