Türkisch-israelische Beziehungen: Bülent Arınç will zurück zum Zustand vor 2010

Der stellvertretende türkische Premier Bülent Arınç blickt nach der Entschuldigung durch den israelischen Premier Benjamin Netanjahu optimistisch in die Zukunft. Die Türkei wolle auf jeden Fall wieder zurück zu den türkisch-israelischen Beziehungen wie sie vor dem Vorfall auf der Mavi Marmara im Frühjahr 2010 waren.

„Die Türkei begrüßt eine vollständige Normalisierung und eine Rückkehr zu den Beziehungen zwischen den beiden Ländern wie sie vormals waren“, so der stellvertretende türkische Ministerpräsident Bülent Arınç im Gespräch mit der hebräischen Tageszeitung Ma’ariv. Pessimistische Einschätzungen, dass die Beziehung zwischen Israel und der Türkei nicht zu ihrem früheren Status finden könnte und Ankara versucht habe, sich aus der Versöhnung zwischen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und dem türkischen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan während der Israel-Visite von US-Präsident Barack im vergangenen Monat herausziehen, wies er zurück.

Stattdessen bestätigte Arınç, dass er eine Gruppe, die bereits in der kommenden Woche mit einer israelischen Delegation zusammentreffen werde, anführe. Hierbei werde es um die Kompensationszahlungen für die Familien der neun bei dem Überfall auf die Mavi Marmara getöteten türkischen Staatsbürger gehen. „Ich erwarte, dass die Gespräche erfolgreich sein werden“, gibt sich der Politiker zuversichtlich. Eine Normalisierung der türkisch-israelischen Beziehungen würde zudem die Chancen auf Frieden in der Region verbessern.

Entschädigung: Schnelle Lösung mit Israel erwünscht

Israels Entschuldigung gegenüber der Türkei, die Zusicherung von Entschädigungszahlungen an die Hinterbliebenen sowie eine Lockerung der Gaza-Blockade hätte die Krise innerhalb der türkisch-israelischen Beziehungen seiner Ansicht nach beendet. Die Erklärungen von Obama und Netanyahu über den israelisch-palästinensischen Friedensprozess seien zudem positiv und ermutigend gewesen. Die Türkei werde weiterhin die Rechte des palästinensischen Volkes unterstützen, so wie man es getan habe, als man in der UN-Generalversammlung für die Anerkennung Palästinas als Beobacherstaat gestimmt hätte (mehr hier). Zudem, so betonte Arınç, hätte die Krise mit Israel keinen Einfluss auf die historischen engen Beziehungen zwischen dem türkischen und jüdischen Volk.

Wie aus türkischen Diplomatenkreisen laut würde, so berichtet derweil auch die Jerusalem Post, wolle die Türkei eine schnelle Lösung mit Israel im Hinblick auf die Entschädigungszahlungen. Im Gegenzug würden die Hinterbliebenen ihre Klagen gegen die israelischen Streitkräfte zurückziehen. Entsprechendes hätte Arınç den Familien bereits angeraten (mehr hier).

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