Konflikte im Nahen Osten: Russland will verstärkt auf diplomatische Karte setzen

Türkische Wissenschaftlerin meint: Moskau versucht neben seiner militärischen, auch seine diplomatische Stärke zu erweitern. Insbesondere in den türkisch-russischen Beziehungen sei die Diplomatie entscheidend, denn die Türkei sei eine wichtige regionale Macht. Doch mit der türkischen Syrien-Politik ist Russland unzufrieden.

Habibe Özdal, Wissenschaftlerin an der Internationalen Organisation für Strategische Studien in Ankara (USAK), sagt, dass die Russische Föderation zunehmend versuche, bei internationalen Konflikten ihre diplomatischen Kanäle, also ihre „Soft Power“ einzusetzen. Doch sie wolle ihr militärisches Konfliktlösungs-Potenzial nicht ersetzen, erklärt Özdal dem Journal of Turkish Weekly.

Es gehe Moskau vor allem, um die Erweiterung der Optionen, auch mit Sicht auf die türkisch-russischen Beziehungen. Denn beide Länder können nur unter der Voraussetzung der Anwendung von diplomatischen Mitteln, Konflikte in ihrer Nachbarschaft lösen. Die Türkei sei für Russland ein Schlüsselpartner im Nahen Osten.

Bei seinem gestrigen Staatsbesuch in Ankara, hatte Außenminister Sergej Lawrow erklärt, es gebe keine politischen Probleme zwischen der Türkei und Russland. Unterschiedliche Ansichten gebe es jedoch im Bereich der regionalen Politik, genauer der Syrien-Politik.

Lawrow meint, dass die Türkei sich zu früh auf die Seite der syrischen Rebellen geschlagen und auf einen baldigen Sturz der Assad-Regierung spekuliert habe. Davutoğlu zeigt sich überzeugt und betont den Willen der Türkei zu einer „friedlichen, diplomatischen Überwindung der Syrien-Krise“, berichtet Ria Novosti. Er räumt auch ein, dass die derzeitige Lage „negative Folgen für die Türkei hat“. Doch eine grundsätzliche Änderung der Position werde Ankara nicht vornehmen. Die Türkei werde weiterhin auf der Seite der Rebellen stehen.

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