Boston: Jagd auf Verdächtigen geht weiter

Gut eine Million Menschen im Großraum Boston sitzen derzeit in ihren Häusern und warten auf Neuigkeiten der Polizei. Seit Stunden sind die Beamten auf der Suche nach dem 19-jährigen Dzhokhar A. Tsarnaev. Derzeit gehen die Spezialeinheiten von Tür zu Tür.

In Boston und Umgebung herrscht weiterhin Ausnahmezustand. Nachdem die Beamten zunächst ein bestimmtes Haus in Watertown im Visier hatten (mehr hier), ist man nun wieder dazu übergegangen, von Tür zu Tür zu gehen. Das berichtet der Boston Globe.

In der Norfolk Street in Cambridge, wo die beiden Verdächtigen zuletzt gelebt haben sollen, würden sie derweil eine kontrollierte Explosion planen. Wie Colonel Timothy Alben, von der Polizei in Massachusetts, in einer Pressekonferenz um 12.30 Uhr (Ortszeit) mitteilte, bestehe im Augenblick „keine Gefahr“. Die Situation könne sich jedoch von Minute zu Minute ändern. Nach Angaben von Alben sei die Suche derzeit zu 60 Prozent abgeschlossen.

Mittlerweile hat sich auch der Onkel der beiden Verdächtigen, Ruslan Tsarni, zu Wort gemeldet. Er bezeichnet die Brüder als „Verlierer“. Den Reportern vor seinem Haus in einem Vorort von Maryland entgegnet er, dass Tamerlan und Dzhokhar Tsarnaev weder radikale Muslime noch militante Tschetschenen gewesen wären. Er spekuliert, dass sie wohl Schwierigkeiten bei der Assimilation in den Vereinigten Staaten gehabt hätten, nachdem ihr Vater sie 2003 nach Cambrigde gebracht habe. Die Unfähigkeit sich einzugliedern, hätte schließlich zum Hass auf alle geführt, denen das gelungen sei.

Am Abend (deutscher Zeit) hat der Boston Globe via CBS News einen Livestream zu den Ereignissen eingerichtet.

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