Boston: Verdächtiger sah Bibel als Kopie des Koran

Der 26-Jährige Tamerlan Zarnajew, den die US-Behörden verdächtigten, gemeinsam mit seinem gefassten Bruder Dschochar den Anschlag in Boston verübt zu haben, soll die Bibel in einem Streit über Religion kürzlich als eine Kopie des Koran bezeichnet haben. Das behauptet ein ehemaliger Nachbar.

Al Ammon, dessen Wohnung sich im selben Gebäude im Bostoner Vorort Watertown befindet, in dem auch Tamerlan Zarnajew gelebt hat, verwies bei CBS „60 Minutes“auf einen Streit, den er mit dem Toten vor rund drei Monaten gehabt haben will. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

„Das erste, was ich zu ihm sagte war, dass es immer gut wäre, einen offenen Geist gegenüber anderen Religionen zu haben. Dann sprach er über die Bibel und den Koran“, so Ammon.

Tamerlan habe im zufolge erklärt, dass die Bibel eigentlich eine Kopie des Korans sei und sie von der US-amerikanischen Regierung als Ausrede genutzt werde, um in andere Länder einzumarschieren. Der Islam kam allerdings erst etwa 600 Jahre nach Christus als dritte monotheistische Religion hinzu. Während einer anderen Auseinandersetzung in der Moschee von Cambrigde, so berichtet derweil der Boston Globe, soll er zudem in Rage geraten sein, als sein Gegenüber den Propheten Mohammed mit Martin Luther King Jr. verglich.

Dschochars Zustand „kritisch, aber stabil“

Zarnajew und sein 19-jähriger Bruder Dschochar werden verdächtigt, am vergangenen Montag während des Boston-Marathons zwei Bomben gezündet zu haben, die drei Menschen das Leben kosteten. Rund 180 weitere wurden verletzt (mehr hier). Tamerlan wurde Ende der vergangenen Woche von der Polizei erschossen. Dschochar konnte nach einer intensiven Suche lebend gefasst werden. Derzeit befindet er sich im Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston. Sein Zustand soll „kritisch, aber stabil“ sein. Am Sonntagabend sei er aufgewacht. Aktuell, so heißt es, soll er von der Polizei vernommen werden. Frühestens an diesem Montag soll es auch zu einer Anklageerhebung durch einen Bundesrichter kommen. Ihm droht eine Anklage wegen Terrorismus und letzten Endes die Todesstrafe.

Das FBI hatte den älteren der beiden Brüder bereits seit 2011 im Visier. Er soll in den vergangenen Jahren militante Videos auf Social Media-Seiten gepostet und erst 2012 eine sechsmonatige Reise nach Dagestan, welches an Tschetschenien grenzt, unternommen haben. In beiden russischen Regionen halten sich separatistische Rebellengruppen auf.

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