Kundgebung in Diyarbakır : Kurdische Bewegung wird zunehmend islamistisch

Der kurdisch-islamistische Prediger Mehmet Göktaş hat mit einer Ansprache auf einer islamischen Kundgebung in Diyarbakır die Massen in einen Zustand der Euphorie versetzt. Göktaş meint: Der Kemalismus hat verloren. Jedem, der sich mit Gott anlege, werde dasselbe widerfahren.

Auf einer religiösen Kundgebung in Diyarbakır zu Ehren des Propheten Mohammeds, an der 150.000 Menschen teilnahmen, sprach der Journalist und Wortführer der islamistisch-kurdischen Kreise im Südosten der Türkei, Mehmet Göktaş.

Seiner Ansicht nach sei es vorbei mit dem kemalistischen Regime. „Wer immer Gott und seinem Propheten Vorschriften macht, der ist zur Niederlage verdammt. Seht sie (die Kemalisten) haben verloren“, zitiert die Nachrichtenagentur Cihan den der kurdischen Hisbollah nahe stehenden Prediger. Der Prophet habe gewonnen und das solle das „kemalistische Regime“ öffentlich zugeben.

Derartige Kundgebungen waren in der Vergangenheit nicht die Regel in der Kurdenstadt Diyarbakır. Doch islamistischen Kurden – allen voran die kurdische Hisbollah – melden sich seit Beginn des Friedensprozesses mit der PKK immer stärker zu Wort. Auch sie möchten wie die PKK ein unabhängiges Kurdistan. Allerdings ein klerikal-islamistisches Kurdistan, in der die Scharia gilt.

Die Hisbollah hatte der PKK in den neunziger Jahren große Verluste zugefügt. Berüchtigt waren die „Gotteskämpfer“ vor allem für ihre Unerbittlichkeit und Grausamkeit. Die brutalen Methoden der Hisbollah lösten damals bei vielen PKK-Mitgliedern Angst aus. Aber auch die türkische Öffentlichkeit hegte keine Sympathien für die Hisbollah. (mehr hier).

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