Deutsche Börse und „Borsa Istanbul“: Türkei will Zentrum der MENA-Region werden

Ein Sprecher der Deutschen Börse sagt: Die „Borsa Istanbul“ hat große Ambitionen. Wir können sie dabei unterstützen. Frankfurt kann „das Tor zu Europa“ für die türkische Börse werden.

Die „Borsa Istanbul“ möchte zur wichtigsten Börse der MENA-Region (Nahost und Nordafrika) aufsteigen und sich bis zum Jahr 2023 auch weltweit positionieren. Unterstützung wird sie beim Aufbau durch die Deutsche Börsen AG erhalten. Im Gespräch mit den DTN, erklärte der Leiter der Abteilung Media Relations der Deutschen Börsen AG, Frank Herkenhoff, dass die Deutsche Börse sowohl über eine vollvertikale, als auch über eine vollhorizontale Börsenorganisation verfüge.

Der Handel mit Wertpapieren ist in zwei grundsätzliche Teilmärkte unterteilt. Die vertikalen Segmente sind der geregelte Markt, der amtliche Handel, der neue Markt, der Prädikatsmarkt und der Freiverkehr für den Börsengang. Zu den horizontalen Segmenten gehören zum Beispiel Options- Kassa- und Terminmärkte.

„Die Deutsche Börse ist weltweit der einzige Börsenkonzern, der die gesamte Wertschöpfungskette bestehend aus Listing, Handel, Verrechnung, Risikomanagenment, Verwahrung, Überwachung, Connectivity, Datengeschäft und IT abdeckt. Und zwar über die wesentlichen Anlageformen wie Wertpapiere, Derivate, Energie und wertvolle Metalle“, so Herkenhoff. Die „Borsa Istanbul“ wolle sich genau „in diese Richtung bewegen“. Deshalb sei die Deutsche Börse der richtige Kooperations-Partner.

Des Weiteren hat die Deutsche Börse ihren Sitz in Frankfurt am Main, wo sich auch die Europäische Zentralbank befindet. In diesem Sinne sei die Deutsche Börse für die „Borsa Istanbul“ „das Tor zu Europa“.

„Die Brücke Frankfurt-Istanbul wäre also sehr vielversprechend für die Schaffung eines internationalen Finanzplatzes Istanbul“, meint Herkenhoff.

Zuvor hatte er in einer Mitteilung erklärt, dass die Türkei mit ihrer Stellung zwischen Asien und Europa ein großer Wachstumsmarkt sei. Die Besonderheit der neuen türkischen Börse ist, dass sowohl die Aktien-Börse (IMKB), als auch der Gold-Markt unter einem Dach stehen (mehr hier).

Vorangegangen war ein entsprechender Gesetzesentwurf, der 2012 durch die Planungs- und Budget-Kommission des türkischen Parlaments genehmigt wurde und die Gründung einer Gesellschaft unter dem Namen „Borsa İstanbul“ nach sich zog.

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