Anschlag in Tripolis: Autobombe detoniert vor französischer Botschaft

In der Nähe der französischen Botschaft in der libyschen Hauptstadt Tripolis ist an diesem Dienstag eine Autobombe explodiert. Dabei sollen mindestens zwei Personen verletzt worden sein. Auch das Gebäude ist schwer beschädigt worden.

Die französische Botschaft in Tripolis ist Opfer eines Anschlags geworden. Wie die türkische Zeitung Hürriyet unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AFP berichtet, sei eine Autobombe nahe dem Gebäude detoniert. Dabei seien zwei französische Wachleute verletzt worden, einer von ihnen schwer.

Die Explosion ereignete sich Anwohnern zufolge etwa gegen 7.00 Uhr (Ortszeit). An der Botschaft selbst seien erhebliche Schäden entstanden. Ein Teil der Mauer, die um das Gebäude herum reichte, sei zerstört worden. Auch zwei in der Nähe abgestellte Fahrzeuge, zwei nahe stehende Villen sowie Fenster von Geschäften in rund 200 Metern Entfernung seien in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Straße vor der Botschaft, so heißt es weiter, sei mit Wasser überflutet. Vermutlich sei durch die Explosion eine Leitung zerstört worden.

Libysches Außenministerium bezeichtnet Tat als „terroristisch“

Es ist die erste Attacke auf eine ausländische Botschaft seit Militante im vergangenen September die US-Botschaft in Benghazi stürmten (mehr hier).

Das libysche Außenministerium habe den Angriff in Tripolis als einen „terroristischen“ Vorfall bezeichnet. Auch Frankreich verurteilte den „abscheulichen Angriff“. In Zusammenarbeit mit den libyschen Behörden setze man nun alles an eine möglichst schnelle Aufklärung, so der französische Außenminister Laurent Fabius in einer Erklärung. Bisher gibt es noch keine Anhaltspunkte über die Drahtzieher oder deren Motive.

Erst im August 2011 hatte die französische Botschaft nach einem halben Jahr Abstinenz wieder ihre Pforten geöffnet. Seit dem Sturz von Muammar al-Gaddafi wird Libyen durch anhaltende Unsicherheit geplagt. Vor allem in der Region von Benghazi kam es zu Bombenanschlägen und Attentaten, die viele Menschen aus dem Westen zwangen, die Stadt zu verlassen. Im September 2012 tötete ein Angriff auf das US-Konsulat vier Amerikaner, darunter Botschafter Christopher Stevens (mehr hier).

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