Türkische Waffennarren? Bevölkerung gibt 2012 knapp 50 Millionen Euro dafür aus

Die türkische Bevölkerung hat im Jahr 2012 117 Millionen türkische Lira, umgerechnet 49,6 Millionen Euro, für Waffen und Munition ausgegeben. Zudem stiegen die Waffenverkäufe um 54 Prozent an. Das geht aus den Daten des türkischen Instituts für Maschinen- und Chemieindustrie (MKEK) hervor.

Wanderten im Jahr 2011 noch 19,575 Handfeuerwaffen über die Ladentheken, waren es im vergangenen Jahr bereits  30,207 Stück. Ihr Preis variierte dabei zwischen 570 und 12.000 türkischen Lira, also etwa in einem Bereich von 242 bis 5200 Euro. 21,464 der insgesamt 30,207  Waffen seien in der Türkei hergestellt worden.

Allein der Verkauf dieser Handfeuerwaffen, so die türkische Zaman unter Berufung auf Zahlen des MKEK weiter, bescherte Einnahmen von 57.8 Millionen türkischen Lira, etwa 24,5 Millionen Euro. Darüber hinaus seien 58,956,000 Stück Munition im Wert von 58.4 Millionen türkische Lira, 24,7 Millionen Euro, verkauft worden.

Zum Vergleich: Im Jahr 2008 lag die Anzahl der verkauften Handfeuerwaffen bei 19,623 Stück. Ähnlich das Niveau 2009 mit 19,302. 2010 ging der Wert sogar auf 17,329 zurück.

Darüber hinaus seien im vergangenen Jahr 156 importierte Gewehre mit einem Gesamtwert von 1,062,000 türkischen Lira, etwa 450.000 Euro, nebst 948 Kilogramm Schießpulver mit einem Gesamtverkaufswert von 55.932.000, 23,7 Millionen Euro, verzeichnet worden.

Aufschluss wird auch über die Einnahmen des vergangenen Jahres aus Schießanlagen gegeben. Diese hätten 2012 bei 609,548 türkischen Lira 259.000 Euro, gelegen. Die Gesamteinnahmen des MKEK hätten sich in dieser Zeit auf 117,922,000 türkische Lira, rund 50 Millionen Euro, belaufen. Im Jahr zuvor fielen diese mit 88,190,000 türkischen Lira 37,4 Millionen Euro, noch deutlich geringer aus.

Das MKEK verkauft verschiedene Arten von Handfeuerwaffen von 21 Unternehmen, darunter 15 ausländische Firmen wie Beretta, Bernardelli, Browning, Glock, CZ Strojirna, CZ Zbrojovka, Heckler & Koch, HS 2000 Jericho, Sig Sauer, Smith & Wesson, Steyr, Tanfoglio, Walther und ZVI-Kevin. Der Preis der importierten Waffen reicht von 1.000 bis hin zu 7.000 Dollar. Das strengste Waffengesetz weltweit gibt es übrigens in Japan (mehr hier).

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