Sinop: „Massaker“ an Straßenhunden löst heftigen Protest aus

In der türkischen Schwarzmeer-Stadt Sinop ist es zu einem Tierschutz-Skandal gekommen, der in der türkischen Öffentlichkeit für einen Sturm der Entrüstung gesorgt hat. 15 Straßenhunde sollen erst vergiftet und dann in die Müllpresse geworfen worden sein. Den Befehl dazu soll der örtliche Bürgermeister gegeben haben.

Im Landkreis der Stadt Sinop, Türkeli haben die Behörden die Tötung von 15 Straßenhunden veranlasst. Die Hunde sollen zuvor Schüler der Ortschaft Güzelkent attackiert und gebissen haben. „Sie haben nicht nur die Straßenhunde, sondern auch meinen Hund vergiftet. Anschließend kam die kommunale Müllabfuhr und hat die Hundeleichen in die Mülpresse geworfen. Das ist Mord“, zitiert die Hürriyet einen Einwohner namens Muhammet Sönmez.

Doch der Bürgermeister Bekir Erünal ist da anderer Ansicht. Es seien keine Hunde getötet worden. In regelmäßigen Abständen erhalten seine Mitarbeiter die Aufgabe Straßenhunde einzusammeln und sie im Waldgebiet abzusetzen. „Was wollen die denn von uns? Ist es besser, wenn die Menschen gebissen werden und die Tollwut bekommen?“, erklärt Erünal.

Die AKP-Regierung möchte Das Tierschutzgesetz No. 5199 ändern. Das würde bedeuten, dass alle Tiere von der Straße entfernt und in Tierheime verbracht werden. Wenn diese überfüllt sind, werden die Tiere in so genannten Naturparks untergebracht werden.  Die Naturparks werden vom Ministerium für Land- und Forstwirtschaft zugewiesen und von den Gemeinden verwaltet.

Im vergangenen Jahr landeten 15.000 Tiere in einem Istanbuler Tierheim. Die meisten von ihnen wurden zuvor in einer Tierhandlung gekauft, dann aber offenbar nicht mehr „gebraucht“. Darüber informierte die Veterinärabteilung der Istanbuler Stadtverwaltung (mehr hier).

„Oft kaufen die Leute ein Haustier als Geschenk für ihre Kinder und Freunde. Später wollen die meisten von ihnen diese wieder los werden, wenn sie von ihnen gelangweilt sind. Ganz so, als wären sie Spielzeuge“, klagt Nesrin Çıtrık, Vizepräsidentin der türkischen Federation von Tierschutzvereinen (HAYTAP).

Doch ebenfalls 2012 wurde in der Türkei die erste Partei für Tierrechte gegründet. „Die Tier-Partei“ wurde aus der Taufe gehoben, um auf dem politischen Parkett künftig verstärkt auf die Themen Tierschutz und Tierrechte aufmerksam zu machen (mehr hier).

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