Keine Wartezeiten mehr: Türkei führt e-Visa für Ausländer ein

Ankara hat ein Onlinesystem zur Beantragung von Visas eingeführt. Die neue Vorgehensweise ermöglicht es Touristen aus 94 Ländern ihr Türkei-Visum teils innerhalb weniger Minuten zu erhalten. Vor allem Bürger aus afrikanischen Ländern müssen jedoch ein gültiges Visum von einem OECD-Land vorweisen.

Um mehr Touristen aus der ganzen Welt in die Türkei zu locken, hat die Regierung nun ein neues Online-Verfahren eingeführt, mit Hilfe dessen Bürgerinnen und Bürger aus 94 Ländern ihren Visumantrag einfach von zu Hause aus stellen können. Unter bestimmten Voraussetzungen dauert ein solches Verfahren dann nur noch Minuten. Zur Anwendung kann es allerdings nur im Fall eines Touristen- oder Geschäfts-Visums kommen. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet.

„Jedes Jahr besuchen rund 30 Millionen Ausländer die Türkei. 65 Prozent von ihnen sind von der Visumspflicht befreit. Im Blick haben wir nun die restlichen zehn Millionen Ausländer“, so der Architekt der neuen Verfahrensweise, Vize-Außenminister Naci Koru im Gespräch mit dem Blatt. Diese Personen, so fährt er fort, dürften die Türkei erst besuchen, nachdem sie ein Visum von einem türkischen Konsulat oder an einem der Grenzübergänge erhalten hätten. Das neue System solle das nun alles innerhalb des elektronischen Kontextes vonstatten gehen lassen.

e-Visa: Mehr Touristen, mehr Geschäftsleute

Durch die Vereinfachung wolle man aber nicht nur mehr Touristen in die Türkei locken, auch mehr Geschäftsleute sollen, so der ausgesprochene Freund von Digitalisierungen, dadurch angezogen werden (mehr hier). „Wir wollen unsere multidimensionale Außenpolitik stärken. Unser Interesse ist nicht auf Länder in unserer unmittelbaren Umgebung begrenzt.“ Man wolle sich für die Völker des Fernen Ostens, Südamerikas und Afrikas öffnen, weil man sich durch die Lockerung der Reisebedingungen für die Menschen aus diesen Regionen auch eine Stärkung der eigenen ökonomischen und politischen Ambitionen dort erhoffe (mehr hier).

Das neue Online-System, erläutert das Blatt, teile Länder in zwei große Gruppen auf. Die eine Gruppe bestehe aus 40 Ländern, deren Bürger ein Visum ohne weitere Bedingungen erhielten. Unter ihnen seien die Vereinigten Staaten, Kanada, die Staaten der Europäischen Union. In einer zweiten Gruppe befänden sich 54 Staaten, deren Einwohner ein schnelles türkisches Visum nur unter bestimmten Voraussetzungen erhalten würden. Vorgewiesen werden müsse für ein Online-Touristen-Visum für die Türkei wiederum ein Visum von einem OECD-Land. Darüber hinaus müsse eine Aufenthaltsgenehmigung von einem OECD-Staat vorliegen. Eine weitere Auflage ist eine Reise mit Turkish Airlines. Da man die Zusage der Airline hätte, auch zu überprüfen, ob Passagiere ihre elektronischen Visa auch tatsächlich hätten.

Vollelektronisches System läuft seit 17. April

In der zweiten Gruppe befänden sich hauptsächlich afrikanische Staaten sowie Indien und Pakistan, so das Blatt. Der Minister hierzu: „In diesen Ländern gibt es Geschäftsleute und andere Kreise, die häufig in der ganzen Welt unterwegs sind. Wir wollen auch ihnen einfach ein Visum ausstellen. Aber wie kann man sie erkennen? Deshalb  haben wir den Besitz eines gültigen Visums von einem OECD-Land als Kriterien vorgesehen. In der Vergangenheit war die Erlangung eines türkischen Visum sehr hart für sie. Jetzt ist es einfach und vollelektronisch. Das System startete am 17. April und funktioniert seither sehr effizient.“

Man erwarte, dass die Nachfrage in den kommenden Monaten auf bis zu 3000 Anträge pro Tag ansteigen werde. Derzeit seien es etwa 400 pro Tag. Allein in den vergangenen Tagen sollen rund 1500 Personen das neue System genutzt haben. Anfragen seien vor allem aus den USA und Großbritannien gekommen. Bis 2014 soll parallel dazu auch das bisherige Verfahren angeboten werden.

Hier geht es zum elektronischen Visa-System.

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