Freihandelsabkommen: Erdoğan reist mit türkischen CEOs nach Washington

Der türkische Premier Erdoğan möchte auf seinem anstehenden Staatsbesuch in den USA in Begleitung von Geschäftsführern führender türkischer Unternehmen begleitet werden. Ankara plant die Einbindung in das anstehende USA-EU Freihandelsabkommen. Doch bisher hat sich die amerikanische Regierung zum Wunsch Ankaras nicht geäußert.

Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdoğan wird auf seiner Reise nach Washington am 16. Mai von 50 bis 60 türkischen CEOs begleitet werden. Grund: Die Türkei hat ein großes Interesse daran, am anstehenden Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA teilzuhaben. Ali Babacan, stellvertretender Minispräsident, und der Europaminister Egemen Bağış waren im Vorfeld in der US-Hauptstadt, um Gespräche mit Vertretern der US-Regierung zu führen.

Die Türkei plagen wirtschaftliche Isolations-Ängste. „Wenn dieses Freihandelsabkommen geschlossen wird, dann wird sich unser Handelsdefizit erhöhen”, zitierte die Hürriyet den Wirtschaftsminister Zafer Çağlayan Mitte April (mehr hier).

Zuvor hatte auch der Vorsitzende des türkisch-amerikanischen Unternehmerverbandes (TABA/AmCham), Ekrem Alptekin, gesagt, dass die Türkei beim bevorstehenden Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU mitwirken müsse (mehr hier).

Die Türkei hat 2012 Waren im Wert von 5,6 Milliarden Dollar in die USA exportiert. Im Gegenzug wurden US-Waren im Wert von 14 Milliarden Dollar importiert.

Bisher haben US-amerikanische Unternehmen Direktinvestitionen im EU-Raum in Höhe von 1,9 Billionen Dollar getätigt. Europäische Unternehmen seien auf dem US-Markt mit 1,6 Billionen Dollar an Direktinvestitionen vertreten. „Das angestrebte Freihandelsabkommen gleicht einem Marshall-Plan für die EU. Schätzungsweise 88 Milliarden Dollar an jährlichen Gewinnüberschüssen für europäische Unternehmen werden im Rahmen des Abkommens enstehen“, so Alptekin.

Der Freihandel werde ein Wirtschaftswachstum mit sich bringen und ein Mittel gegen die Arbeitslosigkeit im EU-Raum sein. Der wichtigste Handelspartner der Türkei ist die EU. Doch die Kaufkraft der Europäer hat, aufgrund der Krise abgenommen. „Wir müssen den Handel mit den USA intensivieren, um die Verluste auf dem EU-Markt zu kompensieren“, meint Alptekin.

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