Zu sexy für Saudi Arabien? User spekulieren über das Schicksal eines (zu) schönen Dichters

Ein junger Mann blickt verführerisch in die Kamera. Hinter ihm ein imposantes Kamel, das aber gar nicht weiter auffällt. Denn die volle (Internet-)Aufmerksamkeit gilt ihm, dem schönen Jüngling auf dem Foto, der zu sexy sein soll für das erzkonservative Saudi Arabien.

Virtuelle Hobby-Detektive sind derzeit wieder auf der Jagd. Ihrer Ansicht nach soll Omar Borkan Al Gala, ein Dichter, Schauspieler und Fotograf aus dem fernen Dubai, Mitglied eines Trios sein, das die saudischen Behörden im vergangenen Monat des Landes verwiesen haben, da diese fürchteten, die drei Männer könnten unwiderstehlich auf die hiesigen Frauen wirken.

Konkret zugetragen, so berichtet unter anderem der britische Telegraph, hat sich das Ganze am 14. April auf dem Jenadrivah-Festival in Riyadh. Von dort sollen drei Männer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten auf Geheiß der Kommission für die Förderung der Tugend und Verhinderung von Laster „entfernt“ worden sein, weil sie angeblich „zu schön“ gewesen wären.

Vor allem Frauen, aber auch einige Männer auf der ganzen Welt würden seither versuchen, Näheres über dieses Trio zu erfahren. Derzeit, so berichtet das Blatt, sei man sich sicher, dass Al Gala einer der besagten Herren sein müsse, deren Schönheit also quasi illegal sein soll.

„Verdächtiger“ befeuert Gerüchteküche selbst

Der junge Mann, von dem nicht wenige eindrucksvolle Fotos auf Facebook zu finden sind, hatte einen Artikel über den Vorfall gepostet und dazu kommentiert: „Das wird in den Zeitungen auf der ganzen Welt darüber geschrieben :)“ Natürlich ist eine solche Zeile alles andere als ein stichhaltiger Beweis. Den Usern schien das allerdings gleich. Ein echter Sturm auf seine Pinnwand brach los und der junge Mann selbst postete darauf hin weiter fleißig seine schönen Bilder. Dazu das ein oder andere Kommentar, das die Frauenherzen unvermeidlich höher schlagen ließ.

Bessere Promotion, das ist sicher, könnte es derzeit für Omar Borkan Al Gala wohl kaum geben. Wer seinen Namen zuerst ins Spiel brachte, das ist derzeit jedenfalls ziemlich unklar. Doch wie seine neuen Fans reagieren, wenn sich herausstellen sollte, dass die ganze Geschichte nicht mehr als ein ziemlich schräger PR-Gag war, scheint schon jetzt vorgezeichnet. Denn Frauen, das ist schon mal sicher, können in einem solchen Fall äußerst empfindlich werden.

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