Wiederholt sich der Fall Sarai Sierra? Zwei türkische Urlauber auf den Bahamas vermisst

Noch allzu gut ist der tragische Fall der US-amerikanischen Touristin Sarai Sierra in Erinnerung. Jetzt werden zwei türkische Urlauber auf den Bahamas vermisst. Die Angehörigen fürchten eine Entführung.

Die dramatische Geschichte reicht bereits bis zum 26. Februar 2012 zurück: Damals reisten zwei türkische Touristen über Kuba auf die Bahamas. 13 Tage nach ihrer Ankunft konnten die aus der Provinz Mardin stammenden Familien ihre Kinder nicht mehr erreichen. Erst jetzt, mehr als ein Jahr später, am 26. April 2013, wurde der Fall durch die türkische Oppositionspartei BDP bekannt. Ein Freund der beiden verschollenen Touristen hatte sich über die nachlässige Arbeit des Auswärtigen Amtes beschwert. Er warf den Behörden Diskriminierung vor, da es sich bei den Vermissten um Kurden handle. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet.

Behörden ignorieren Anfragen der Familien

Veysi Oral und Hüseyin Özkan, so die BDP in einer schriftlichen Erklärung, werden von ihren Angehörigen seit nunmehr 13 Monaten vermisst. Entsprechende Nachfragen beim Auswärtigen Amt durch die Familien der Urlauber seien ebenso erfolglos gewesen wie die Kontaktaufnahmen mit dem Konsulat der Bahamas in Ankara sowie dem Konsulat der Türkei auf Kuba. Auch das Auswärtige Amt, so die Hürriyet, sei am Freitag nicht zu einer Stellungnahme bereit gewesen.

Nayif Gümüş, ein Freund der beiden, erklärte, dass Veysi und Hüseyin jemanden getroffen hätten, der wissen wollte, ob sie Interesse daran hätten, ihre Nieren zu verkaufen (mehr hier). Nur wenige Tage nach diesem Vorfall seien die beiden Männer verschwunden gewesen. Gümüş beschuldigt nun das türkische Außenministerium den Fall im Gegensatz zu Entführungsfällen in Afghanistan oder Syrien zu ignorieren. Seiner Ansicht nach sei die Gleichgültigkeit der Beamten darauf zurückzuführen, dass es sich bei den beiden Vermissten um Kurden handle. „Sind Kurden keine türkischen Bürger?“, klagt er an. Man wolle doch nur, dass diese türkischen Bürger wieder mit ihren Familien vereint würden.

US-Touristin Sarai Sierra wurde ermordert

Die Anschuldigungen des Freundes sind Spekulation. Wie schnell die türkischen Behörden, zumindest im eigenen Land, arbeiten können, zeigte sich erst vor kurzem: Anfang des Jahres hat ein Vermisstenfall die gesamte Türkei und die USA erschüttert. Die zweifache Mutter Sarai Sierra war allein in die Türkei gereist, um dort zu fotografieren. Die Behörden reagierten zügig. Die Suche nach der Vermissten lief auf Hochtouren. Doch nach Tagen des Bangens dann die traurige Gewissheit: Die junge Frau war tot. Sie wurde ermordet. (mehr hier).

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