Harlem Shake in Muğla: Acht türkische Kids fliegen von der Schule

Acht türkischen Schülern ist das Internet-Phänomen Harlem Shake nun zum Verhängnis geworden. Weil sie den kultigen Tanz in ihrer Schule nachstellten und das Video anschließend im Internet veröffentlichten, flogen sie nun von der Einrichtung.

Zugetragen, so berichtet derzeit die türkische Zeitung Hürriyet, habe sich das Ganze in der Ägäis-Provinz Muğla. Dort hatten acht Schüler das nachgemacht, was vor ihnen bereits schon unzählige junge Leute im Internet zur Schau gestellt haben – den so genannten Harlem Shake.

Doch an der Anadolu Lisesi im Kreis Bodrum fand man diese Art von Freizeitgestaltung offenbar alles andere als lustig. Für ihr YouTube-Video wurden die Acht nun der Schule verwiesen.

Nagi Meriç von der Gewerkschaft für Bildung und Bildungswerktätige (Eğitim-Sen) verurteilte die Entscheidung der Schulleitung in einer schriftlichen Erklärung. Er verwies auf das Regelwerk der Einrichtung, das eine solch rigide Strafe für ein derartiges Vergehen eigentlich überhaupt nicht vorsehe. Meriç und die Eltern der betroffenen Schüler wiesen zudem darauf hin, dass die Strafe immensen Einfluss auf die Zukunft der Kinder haben könnte. So etwas lande in der Akte und verbaue ihnen zum Beispiel eine mögliche Laufbahn im öffentlichen Dienst. Nun wolle man es auf eine juristische Auseinandersetzung ankommen lassen.

Auf kam das Phänomen mit dem US-amerikanischen DJ und Musikproduzenten Harry Rodrigues alias Baauer. Nach seiner Veröffentlichung am 22. Mai 2012 als Free-Download zunächst weitestgehend unbeachtet, wurde der Track im Februar 2013 mit Hilfe des Internetkomikers Filthy Frank und einer entsprechenden Videoantwort von australischen Jugendlichen zu einem echten Hit. Die flashmobartigen Tanzszenen wurden auf der ganzen Welt nachgeahmt. Mittlerweile existieren mehreren Zehntausend verschiedene Versionen. Eine ähnlich rasante Verbreitung gab es erst kurz zuvor mit dem so genannten Gangnam Style.

Mehr zum Thema:

Die totale Internet-Kontrolle: Surfen künftig nur noch mit Telekom-Modem?
Die „Flatrate“ war einmal: Telekom schiebt schnellem Internet den Riegel vor
Keine Kooperation: YouTube verweigert türkischer Polizei Herausgabe von Kidnapper IP-Adresse

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.