NSU-Prozess: Diese türkischen Medien sind mit dabei

Das Los hat entschieden. Namhafte türkische Medien werden dem NSU-Prozess beiwohnen können. In der Zwischenzeit hat sich der türkische Vizepremier Bekir Bozdağ mit Maria Böhmer getroffen und seine Hoffnung geäußert, dass die „Wahrheit“ ans Tageslicht kommen müsse.

Diesmal hat es geklappt. Die Nachrichtenagentur İhlas  (İHA), Ebru TV,  Al-Jazeera İstanbul, Sabah, Hürriyet und Evrensel werden am NSU-Prozess, der am 6. Mai startet teilnehmen können. Das geht aus einer Mitteilung des OLG München hervor. Per Los wurde entschieden, welchen Medien ein reservierter Sitzplatz im Gerichtssaal zusteht.

Innerhalb der Akkreditierungsfrist hatten 927 Medien und Medienvertreter eine Akkreditierung für das Verfahren beantragt. Medien wie zum Beispiel die SZ, die FAZ oder Die Welt gingen leer aus und werden dem NSU-Prozess nicht beiwohnen können.

Währenddessen hat sich der türkische Vizepremier Bekir Bozdağ auf seinem Deutschland-Besuch mit Maria Böhmer, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, getroffen und neben integrationspolitischen Themen auch die NSU-Affäre angesprochen. „Wir hoffen, dass die Wahrheit ans Tageslicht kommt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden“, zitiert die Nachrichtenagentur İhlas den Vizepremier. Er wünsche sich, dass das OLG München seine Fehler eingesehen und daraus gelernt habe.

Mitte April hatte Bozdağ – unter anderem Vorsitzender des Amts für Auslandstürken – dem OLG München vorgeworfen, es sei nicht neutral. „ (…) Ich erwarte von denen keine Gerechtigkeit“, zitierte die Hürriyet Bozdağ.

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