Frieden in Gefahr: PKK fordert Auflösung der türkischen Spezialkräfte

Murat Karayılan stellt weitere Bedingungen für die Waffen-Niederlegung der PKK. Ein derartiger Prozess könne nur unter der Voraussetzung der Auflösung der türkischen türkischen Spezialkräfte vorankommen. Auch die Kampfverbände der kurdischen Dorfschützer sollen aufgelöst werden. Doch bei den Dorfschützern macht sich Widerstand breit.

Murat Karayılan, PKK-Führer im Kandil-Gebirge und Vorsitzender des Exekutivrats der KCK, hat in einem Interview auf dem kurdischen Fernsehkanal Newroz TV die Auflösung der türkischen Spezialkräfte gefordert. Das sei seine Bedingung für den Rückzugsprozess der PKK-Kämpfer. Es kommen weitere Forderungen hinzu. „Öcalan muss freigelassen werden. Nur dann werden wir unsere Waffen niederlegen (…) 82 Prozent der Kurden haben ihren Glauben an ihren Führer Apo (Öcalan) nicht verloren“, zitiert Haber Diyarbakır Karayılan.

Auch die Kampfverbände der kurdischen Dorfschützer seien abzuschaffen. Doch das löst bei den Familien der Dorfschützer-Verbände Wut und Angst aus. Die kurdischen Dorschützer im Südosten der Türkei beäugen den derzeitigen Friedensprozess mit der PKK mit Argwohn.

„Der Staat und die PKK versöhnen sich. Doch was wird mit uns? Bevor die PKK ihre Waffen nicht niederlegt, werden wir unsere Waffen ebenfalls nicht niederlegen“, zitiert die Hürriyet den Führer eines Kampfverbands der Dorfschützer aus Mardin, Fikret Aslan. Aslan betont, dass die Dorfschützer und ihre Familien Angst vor einer Blutrache der PKK haben. Zahlreiche Familien erhalten Morddrohungen (mehr hier).

Das kurdische Volk im Nahen Osten befinde sich nicht nur in „Nordkurdistan“ (Türkei), sondern auch in „Rojava Kurdistan“ (Nord-Ost Syrien), „Südkurdistan“ (Nordirak) und „Ostkurdistan“ (Iran) in einem „Unabhängigkeitskampf“. Die Europäer tragen die Schuld daran, dass „Kurdistan“ unter vier Nationen aufgeteilt wurde, meint Karayılan. Doch die Kurden im Nahen Osten seien zu einer grundlegenden Macht herangewachsen.

„Es reicht nicht aus, dass die Europäer PKK-Kämpfer nun als Aktivisten bezeichnen. Sie müssen die PKK aus allen Terror-Listen. Die PKK hat Millionen Anhänger. Wie kann sie dann eine Terrororganisation sein?“, so Karayılan. Zuvor hatte die Parlamentarische Versammlung des Europarates (PACE) im Zuge ihrer jüngsten Türkei-Einschätzung ihre Terminologie bezüglich der PKK von „Militante“ auf „Aktivisten“ gewechselt (mehr hier).

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