Flug über Syrien: Russische Passagiermaschine gerät in Bedrängnis

Nach Angaben des russischen Verkehrsministeriums ist ein ziviles russisches Verkehrsflugzeug beim Flug über Syrien in eine bedrohliche Lage geraten, als man ein Kampfgebiet passierte. Schäden an der Maschine oder Verletzte soll es nicht gegeben haben. Ob das Flugzeug tatsächlich beschossen wurde, ist jedoch unklar.

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Nowosti, die sich auf den Pressedienst von Rosturism beruft, sei die Passagiermaschine vom Typ Airbus A-320 am vergangenen Montag möglicherweise unter Raketenbeschuss geraten. Weiteren Aufschluss gebe die Erklärung auf der Internetseite des Ministeriums allerdings nicht, heißt es. Es werde lediglich berichtet, dass die Flugzeugbesatzung „Anzeichen kriegerischer Tätigkeiten“ wahrgenommen habe, die ihrer Ansicht nach die Sicherheit des Flugzeuges bedroht hätten.

Alexander Lukashevich, Sprecher des russischen Außenministeriums, gab im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ITAR-TASS an, dass sich an Bord des Flugzeugs 159 Personen befunden hätten. Nach Angaben des Verkehrsministeriums gehöre die Maschine der Chartergesellschaft NordWind. Das Flugzeug habe sich auf dem Weg vom ägyptischen Badeort Sharm-al-Sheikh nach Kasan russischen Teilrepublik Tartastan befunden, wo man auch sicher gelandet sei. Der Vorfall werde nun umfassend untersucht. Im Februar kam es zu einer Explosion vor der russischen Botschaft in Damaskus (mehr hier).

Crew fühlte sich von Kampfhandlungen bedroht

Zu den Vorkommnissen kursieren derzeit widersprüchliche Meldungen. So meldet derzeit unter anderem die Berliner Umschau, dass die syrische Flugaufsicht, den Vorfall nun leugnen würde, nachdem dieser zunächst von syrischen Behördenvertretern bestätigt worden war. Klar scheint demnach nur, dass sich die Maschine in einer Flughöhe von zehn Kilometern befunden haben soll und sich die Crew bedroht gefühlt habe. Weitere Details sind unbekannt.

Unterdessen meldet RIA Novosti, dass nach dem angeblichen Beschuss nun ein Flugverbot für Russlands Airlines über Kriegsgebiete verhängt worden sei. Demnach habe die russische Luftfahrtbehörde Rosawiacija den Airlines des Landes empfohlen, die Flüge über von Kriegshandlungen betroffenen Ländern bis auf weiteres einzustellen. In einer Mitteilung des Pressedienstes der Behörde heißt es: „Angesichts von Empfehlungen der International Civil Aviation Organization (ICAO) zur Gewährleistung der Sicherheit von Passagierflügen hält die russische Luftfahrtbehörde es für nötig, den Fluglinien des Landes bis zu einem neuerlichen Erlass alle Zivilflüge über von Kampfhandlungen betroffenen Regionen zu verbieten.“

Syrische Fluglotsen können Beschuss nicht bestätigen

Darüber hinaus würde den Fluglinien nahegelegt werden, alle Crews, die internationale Flüge absolvierten, über die Empfehlungen der ICAO zur Verhinderung einer Beschädigung von Zivilflugzeugen bei Kampfhandlungen in Kenntnis zu setzen.

Dass die Lage am vergangenen Montag tatsächlich so ernst war, wie von der Flugzeugbesatzung empfunden, stellt derweil die Generaldirektorin von Syria Airlines, Gaida Abdul Latif, in Frage. In einem Telefongespräch mit RIA Novosti erklärt sie: „Wir erkundigten uns bei dem für den Flugverkehr im Luftraum Syriens zuständigen Dienst: Alle Fluglotsen-Zentralen in den Flughäfen von Damaskus und Latakia sowie andere Bodendienste konnten nicht bestätigen, dass ein russisches Flugzeug im Luftraum Syriens beschossen worden war.“

Wie Russland Heute berichtet, habe die russische Luftfahrtbehörde bereits am 28. Februar 2013 den Fluglinien von einer Nutzung des syrischen Luftraums abgeraten. Bereits im Januar wurden russische Bürger aus Syrien ausgeflogen (mehr hier).

Mehr zum Thema:

Auch ohne C-Waffen: Für Bağış ist Intervention in Syrien unausweichlich
Chemische Waffen in Syrien? UN leitet unabhängige Untersuchung ein
Syrische: Rebellen haben offenbar Chemiewaffen eingesetzt

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.