1. Mai: Schon zwei Verletzte bei Randale in Istanbul

In Istanbul ist es zu Ausschreitungen zwischen der Polizei und linksgerichteten Initiativen und Parteien gekommen. Die Polizei hatte im Vorfeld eine Reihe von Straßen abgesperrt, um die erwarteten Ausschreitungen nicht ausufern zu lassen. Es wurden sogar zwei Brücken abgebaut.

Bei Zusammenstößen zwischen der türkischen Polizei und Mai-Demonstranten sind zwei Personen verletzt worden, berichtet die Radikal. Die Polizei hatte zuvor die Galata- und Unkapanı Brücken auseinandergebaut, um Demonstranten der Konföderation der Revolutionären Arbeitergewerkschaften der Türkei (DİSK), der sozialdemokratischen CHP, der Arbeiterpartei (IP) und der türkisch-kommunistischen Partei (TKP), die Route von Şişli aus zum Taksim-Platz zu versperren.

Vor der  Moschee von Şişli ist es dann zu Ausschreitungen gekommen. Den Polizeieinsatz haben einige Demonstranten mit Molotow-Cocktails und Bordsteinen erwidert. Zwei Journalisten seien dabei von Steinen getroffen und verletzt worden. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Der Taksim-Platz

Der Taksim-Platz ist in regelmäßigen zeitlichen Abständen Schauplatz für Demonstrationen verschiedenster Gruppen. Seit den sechziger Jahren kam es auf dem Platz zu den alljährlichen Mai-Kundgebungen immer wieder zu schweren Ausschreitungen, die zu Todesopfern führten. So wurden am 1. Mai 1977 DİSK-Mitglieder eines blutigen Angriffs, bei dem 36 Personen getötet wurden.

Die Drahtzieher des Anschlags wurden niemals gefasst. Der ehemalige türkische Ministerpräsident erklärte sechs Tage nach dem Vorfall, dass hinter der Bluttat die „Konterguerilla“ (Gladio-Organisation) stecke. Der ehemalige DISK-Vorsitzende Kemal Türkler wurde drei Jahre später vor seinem Wohnhaus erschossen.

Im Oktober 2010 fand im Zuge einer Kundgebung auf dem Taksin-Platz ein Selbstmordattentat statt. 32 Zivilisten und Polizisten wurden verletzt. Der Angreifer hatte seinen Sprengsatz vor einem Einsatzbus der Polizei gezündet.

http://www.youtube.com/watch?v=x28Ws63ILZ4

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