Religionsmonitor: Islamische Verbände kritisieren Schieflage des Islambilds

Die Islamfeindlichkeit in Deutschland bereitet sowohl dem Islamrat, als auch der Schura Rheinland-Pfalz große Sorgen. Doch beide Verbände sind der Ansicht, dass nur ein enger gesellschaftlicher Zusammenhalt Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und Extremismus bekämpfen könne.

„Laut dem aktuell erschienenen Religionsmonitor 2013 der Bertelsmann- Stiftung sehen 61% der Deutschen im Westen (57% im Osten) die Vielfalt religiöser Gruppen als Bereicherung, allerdings auch die Ursache vieler Konflikte“, sagt Ali Kızılkaya, Vorsitzender des Islamrats, in einer Mitteilung. Der Islam werde zwar von der Mehrheitsgesellschaft als Bedrohung angesehen. Doch die Muslime in Deutschland seien aktiv daran beteiligt sich für den „Zusammenhalt der Gesellschaft“ einzusetzen. Es sei bedenklich, dass der Religionsmonitor 2013  eine „verzerrte Wahrnehmung“ des Islam dokumentiere.

Allerdings biete die Erhebung auch eine Möglichkeit zum Abbau der Vorurteile. Der Kontakt zwischen den verschiedenen Religionsgruppen sei der einzige Weg, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern. Das gegenseitige Kennenlernen sei der Garant für ein friedliches Miteinander. Darin liege die Hoffnung des Islamrats.

Doch die Schura Rheinland-Pfalz ist nicht so zuversichtlich. In einer Mitteilung, die den DTN vorliegt, verkündet sie ihre „zunehmende Sorge um den gesellschaftlichen Frieden in Deutschland“. Sowohl der zunehmende Antisemitismus, als auch die Islamfeindlichkeit befänden sich in der „Mitte der Gesellschaft“. Auch der politische Extremismus stelle weiterhin ein Sicherheitsproblem dar.

Der Staat und die Zivilgesellschaft seien aufgerufen, um sich gegen eine mögliche Eskalation extremistischer Gewalt aufzulehnen. Doch die  „Verfassungsmäßigkeit der Zusammenarbeit von Geheimdiensten und Polizeibehörden sei kritisch zu betrachten“, so Mustafa Cimşit, Vorsitzender Schura Rheinland-Pfalz. Die Anti-Terror-Datei werde eine Atmosphäre des gegenseitigen Misstrauens hervorrufen.

Er werde in den kommenden Monaten gemeinsam mit dem Politikwissenschaftler Mehmet Şenel ein Konzept gegen den islamistischen Terrorismus erarbeiten und der Öffentlichkeit vorlegen. Damit wird die Schura ihren Beitrag für die Sicherheit Deutschlands leisten.

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