Zu 70 Prozent abhängig: Deutsche Rentner hängen am staatlichen Tropf

Betriebliche und private Vorsorge machen nur einen geringen Teil des Einkommens der deutschen Rentner aus. Der Großteil des Geldes kommt vom Staat. Diesem gelingt es aber schon jetzt nicht mehr, das reale Renten-Niveau zu halten.

Die Deutschen beziehen 70 Prozent ihres Pensions-Einkommens vom Staat. Damit liegt das Schicksal der Rentner in der Hand einer Institution, die immer schlechter wirtschaftet.

Die private Altersvorsorge wird angesichts des demographischen Wandels immer wichtiger. Doch die Inflation und die Zunahme der Geringverdiener in Deutschland werden zunehmend zu einer Bedrohung des deutschen Rentensystems. Schon jetzt sind die deutschen Rentner zu fast 70 Prozent abhängig vom deutschen Staat, zitiert der Kurier.at aus einer Studie der Allianz. Nur 9 Prozent der Einkommen ergeben sich aus Betriebspensionen, 12 Prozent aus privater Vorsorge und 9 Prozent aus Erwerbsarbeit.

Diese Abhängigkeit der Rentner vom Staat ist höchst gefährlich. Denn trotz der Erhöhung des Renteneintrittsalters steigen die staatlichen Renten immer weniger. Die Inflation kann schon jetzt nicht mehr ausgeglichen werden (hier). Sobald die Rezession aus dem Süden Europas auch auf Deutschland übergreift, wird sich Entwicklung noch verschärfen. Wenn es dann überhaupt noch eine Rente geben soll, dann muss diese real weiter gesenkt werden.

Für die Allianz-Studie wurden zwei-Personen-Haushalte mit über 65-Jährigen aus 16 OECD-Ländern verglichen. In Italien und Frankreich kommen dabei 72 Prozent beziehungsweise 73 Prozent des Pensions-Einkommens vom Staat, in Österreich sogar 82 Prozent.

„Wer mehr Pension haben möchte, hat zwei Möglichkeiten: Sparen oder länger arbeiten“, sagt Thomas Url vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung. Doch bei der aktuellen Einkommenslage fällt es vielen Deutschen schwer, etwas zurückzulegen. Zudem ist das Sparen auf dem Bankkonto höchstgefährlich, denn es droht der Haircut. Dies mussten die Rentner in Zypern bitter erfahren (mehr hier).

Das durchschnittliche tatsächliche Renteneintrittsalter deutscher Frauen liegt bei 60,5 Jahren. Deutsche Männer gehen im Schnitt mit 61,8 Jahren in den Ruhestand. Um ihren Lebensstandard zu halten, müssen die Deutschen in Zukunft länger arbeiten. Dazu werden zusätzliche Arbeitsplätze benötigt. Doch die Grünen wollen das Schaffen von Arbeit eher schwerer machen, falls sie die Bundestagswahl gewinnen (mehr hier).

Mit dem Staat könnten die Rentner auf den falschen Schutzherrn gesetzt haben.

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