Kopfgeld für Veröffentlichungen: TÜBİTAK schraubt Anreize für Wissenschaftler nach oben

Der Wissenschafts- und Technologieforschungsrat der Türkei (TÜBİTAK) hat seine monetären Anreize für wissenschaftliche Veröffentlichungen um den Faktor vier erhöht. Für eine Publikation erhalten türkische Wissenschaftler künftig bis zu 5000 türkische Lira, umgerechnet etwa 2100 Euro. Abhängig ist das neuerdings aber vom Medium, in dem ein Beitrag erscheint.

Wie der Präsident des TÜBİTAK, Yücel Altunbaşak, ankündigte, sei das neue Anreizsystem für wissenschaftliche Veröffentlichungen seit 1. Mai 2013 in Kraft. Pro publiziertem Artikel würden die Forscher nun bis zu 5000 türkische Lira, rund 2100 Euro, erhalten. Darüber hinaus gäbe es nun eine leistungsabhängige Vergütung von TÜBİTAK für maximal zehn veröffentlichte Artikel in einem Jahr. Im Umkehrschluss bedeute das, dass Wissenschaftler sich nun bis zu 50.000 türkische Lira, also etwa 21.000 Euro, pro Jahr, über solche Tätigkeiten dazu verdienen könnten. Das berichtet die türkische Zeitung Zaman.

Qualität der Beiträge muss erhöht werden

Altunbaşak wies jedoch darauf hin, dass die in Aussicht gestellte leistungsabhängige Vergütung natürlich von der Zeitschrift abhänge, in der ein Artikel erscheine. Je nach Reputation der Zeitschrift varriiere die Zahlung zwischen 500 und 5000 Lira, also etwa zwischen 210 und 2100 Euro.

Das neue System zielt darauf ab, die Anzahl und Qualität von wissenschaftlichen Artikeln in der Türkei zu erhöhen. Obschon sich die Zahl akademischer Publikationen in den vergangenen Jahren gesteigert habe, lasse die Qualität der Arbeiten, so das Blatt weiter, zu wünschen übrig. Lag die Türkei im Jahr 2000 international noch auf Rang 26 hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Publikationen, konnte sie sich bis zum Jahr 2011 immerhin auf Rang 18 hoch arbeiten. Nach Ansicht von Altunbaşak sei das nicht zuletzt der intensiven Bemühungen des Wissenschafts- und Technologieforschungsrat  geschuldet. In Sachen Qualität fiel der Fortschritt allerdings weniger deutlich aus. Hier schoben sich die türkischen Wissenschaftler lediglich von Rang 31 auf Rang 27 vor.

Neues, gerechteres Vergütungssystem

Das aktuell eingeführte System resultiert aus einer Analyse der Daten der vergangenen 20 Jahre. Denn das System der leistungsabhängigen Vergütungen existiert in der Türkei bereits seit 1993. Untersucht wurden zwei Kategorien. Auf der einen Seite die Naturwissenschaften und auf der anderen Seite die Sozialwissenschaften. Jede Kategorie wurde noch einmal mit A, B und C-Gruppen unterteilt, je nach Vergütung, die für entsprechende Artikel erwirtschaftet wurden. Das Ergebnis, zu unterschiedliche Publikationen wurden am Ende mit dem gleichen Geld honoriert. Jetzt wurden diese Gruppen und Kategorien eliminiert. Bewertet würde fortan nur noch die Reputation des Mediums und die Autoren erhielten ihre Vergütung exakt gemäß der erreichten Punktezahl. Daneben pumpt der Rat immense Summen vor allem in die Automobilindustrie (mehr hier).

Besonders hervor hob Altunbaşak die Unterstützung internationaler Veröffentlichungen. Das Institut gab im vergangenen Jahr insgesamt 7.574.000 türkische Lira, rund 3,2 Millionen Euro, an 18.632 Akademiker aus. Insgesamt schützen türkische Forscher ihre Erfindungen allerdings zu wenig (mehr hier).

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